Südamerika: Studenten im Dauerstreik

Die Ergebnisse der neuesten OECD-Studie in Sachen Bildungsförderung sind verheerend für Chile. Das Land gibt derzeit mit etwas über 800 Euro pro Student weltweit am wenigsten für Bildung aus. Folglich sind selbst an staatlichen Hochschulen die Studiengebühren extrem hoch und damit für viele Familien unbezahlbar. Die meisten Hochschulen sind längst privatisiert und verlangen ebenfalls Gebühren für das Studium. Ein Studium zu finanzieren, wird immer mehr zum Privatvergnügen. Mit dem neuen Bildungsfonds sollen nun die Studienbedingungen verbessert werden und mehr nationale Stipendien vergeben werden. Ein kostenfreies Bildungssystem wie von den Studierenden gefordert, wird es aber dennoch vorerst nicht geben. Die Privatisierung der Hochschulen wird wohl auch weiter von staatlicher Seite vorangetrieben werden. Viele Studierende haben große Vorbehalte, dass dies das Fächerangebot weiter einschränken könnte. Denn wer das Geld gibt, wird auch entscheiden, welche Studienprogramme zukünftig angeboten werden und welche nicht mehr. Gerade Geisteswissenschaftler bangen um ihre Studienplätze und die Aussichten, ihr Studium zu Ende führen zu können.

Die Protestwelle rollt nicht nur durch Chile sondern auch durch andere Länder Südamerikas. So gehen bspw. auch in Kolumbien die Wogen hoch. Wer also derzeit einen Auslandsaufenthalt in Südamerika plant, kann auf weniger schöne Studienbedingungen treffen als vielleicht erwartet.