Differenzierung durch osteuropäische Sprachen

Heute tragen neben Praktika und Auslandsaufenthalten vor allem auch Sprachkenntnisse zur Differenzierung von anderen Hochschulabsolventen bei. Warum gerade Kenntnisse in osteuropäischen Sprachen besonders begehrt sind…

Der Ausweis von Sprachkenntnissen in Englisch, Französisch und Spanisch im Lebenslauf sind heute mehr oder weniger Standard im Lebenslauf eines jeden Hochschulabsolventen. Aus der Masse heraus sticht damit so schnell niemand, wenn er sich damit für den Berufseinstieg profilieren will. Viel attraktiver erscheint es da, sich neben dem Studium Kenntnisse in einer osteuropäischen Sprache anzueignen. Vorausgesetzt, man kann sich auch vorstellen, für den Berufseinstieg z.B. in Länder wie Lettland, Polen, Tschechien oder Bulgarien zu gehen. Das klingt auf den ersten Blick vermutlich nicht so hip wie Asien oder Indien, zumal man hier auch ganz sicher noch weniger mit Englischkenntnissen auskommt, sondern im Zweifelsfall mit Russisch besser bedient ist. Dennoch sollten die Karrieremöglichkeiten in diesen wachstumsstarken Ländern nicht unterschätzt werden. Gut ausgebildete Fachkräfte mit Kenntnissen der Landessprache sind hier sehr gefragt, vor allem im kaufmännischen und technischen Bereich. Der Berufseinstieg fällt hier oftmals leichter als in Deutschland.

An vielen Hochschulen haben sich daher erste Zentren zum Erlernen osteuropäischer Sprachen neben dem Studium entwickelt. Neben vielen Sprachkursangeboten auf freiwilliger Basis, sind zunehmend auch Studiengänge auf den Berufseinstieg in Osteuropa ausgerichtet. Die FU Berlin beispielsweise bietet ein eigenes Osteuropa- Institut. Auch für Studierende der Europa-Universität Viadrina sind osteuropäische Sprachen in vielen Studiengängen von Anfang an integriert. Denn das Erlernen der Sprachen erfordert viel Übung. Mit einem mehrwöchigen Crash-Kurs ist es in der Regel eher nicht getan, denn Grammatik und vor allem Aussprache haben mit der deutschen Sprache so gut wie nichts gemein. Die Schreibweise von Buchstaben muß genauso komplett neu erlernt werden wie bspw. chinesische oder japanische Schriftzeichen. Aber der Aufwand lohnt sich durchaus, denn es locken viele pulsierende, aufstrebende Großstädte in Osteuropa, die längst nicht so überlaufen von ausländischen High Potentials sind wie viele andere Regionen.