EU-Finanzkrise dämpft Auslandsstudium

Aufgrund der europäischen Finanzkrise werden in immer mehr Ländern die Ausgaben für Bildung gekürzt. Studentenproteste überschatten derzeit den Auslandsaufenthalt in England und Italien.

Lange Jahre zählte England mit zu den beliebtesten Destinationen für einen Auslandsaufenthalt. Momentan ist die Stimmung vor Ort jedoch wegen des strengen Sparkurses der Regierung arg gedämpft. Die Studiengebühren sollen weiter angehoben werden, so dass immer höhere Kredite zur Studienfinanzierung aufgenommen werden müssen. Nach Studienende finden viele aber keinen Job und können ihre Kredite nicht tilgen. Die Enttäuschung über die Regierung ist groß, Demonstrationen stehen an der Tagesordnung. Kürzlich wurde sogar das Fahrzeug von Prinz Charles und Camilla von demonstrierenden Studierenden schwer beschädigt, so hoch kocht die Wut.

Ein ähnliches Bild findet man auch in Italien vor. Hier sollen durch eine Bildungsreform rund 9 Milliarden Euro eingespart werden. Der Vorlesungsplan wird radikal zusammengestrichen, da nicht mehr genügend Dozenten bezahlt werden können. Italienische Studenten wehren sich mit Protestaktionen an Touristen Hot Spots wie dem schiefen Turm von Pisa oder dem Kollosseum in Rom. An einer Universität in Florenz kam es sogar zu ersten gewalttätigen Auseinandersetzungen.

Auch in Portugal und Irland ist es zum Studieren gerade eher ungemütlich, denn auch hier kriselt es mächtig in den Staatsfinanzen. Um die Staatspleite zu vermeiden, greift man auch hier zu einer Erhöhung der Studiengebühren verbunden mit einer Reduktion der Ausgaben für die Hochschulen und der Streichung von Sozialhilfe für Studenten. Spanien könnte schon bald das nächste Land sein, in dem weniger in Bildung investiert wird. Studenten in ganz Europa bangen um ihr Studium. Permanente Geldsorgen durch Studiengebühren-Erhöhungen und die Angst vor Arbeitslosigkeit nach dem Studium trüben die Zukunftsaussichten. Kein Wunder, dass es viele Studierende immer weiter in die Ferne gen Australien oder Asien zieht. Dort ist die Studienatmosphäre für Gaststudenten zwar ggf. angenehmer, dem hohen finanziellen Druck entkommt man jedoch auch dort nicht wirklich.

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