höhere Studiengebühren auch in der Schweiz

Derzeit wird in vielen Ländern Europas über die Erhöhung von Studiengebühren debattiert. Auch in der Schweiz steht ein Anstieg  der Campus-Maut an. Studierende sollen hier aber vorab einbezogen werden…

Die Staatsregierungen schlagen weltweit einen strikten Sparkurs ein, der auch im Bildungssektor zu starken finanziellen Einschnitten führt.  Eine Erhöhung der Studiengebühren scheint für viele Hochschulen unausweichlich. Die Studierenden reagieren jedoch sehr empfindlich auf derartige Entwicklungen. Vor allem in Chile und Quebec, der französischsprachigen Provinz im Norden Kanadas, sind die Fronten besonders verhärtet. Demonstrationen, teilweise sogar mit gewaltsamen Übergriffen, gehören schon fast zur Tagesordnung. Aber auch in unserer engsten Nachbarschaft stehen Gebührenerhöhungen an. Einige Universitäten in Österreich wollen teilweise für bestimmte Studentengruppen die Studiengebühren wieder einführen. Nun kommt auch aus der Schweiz die Meldung, dass die Uni-Maut steigen wird – und das nicht zu knapp.  Die beiden ETHs in Zürich und Lausanne planen offenbar die Verdopplung der Studiengebühren bis 2016. Im Gegensatz zum Vorgehen in anderen Ländern, sollen die Studierenden jedoch eng eingebunden werden. Höhere Studiengebühren werden u.a. für Studierende ohne Schweizer Abitur fällig. Dies betrifft somit auch Studierende aus Deutschland.  Aus den Mehreinnahmen sollen vor allem Studierende, die sich das Studium anders gar nicht leisten können, finanziell unterstützt werden. Nur zwei Drittel der Gebühren sollen für die Lehre und verbesserte Studienbedingungen eingesetzt werden.

Vorab sollen nun aber die studentischen Vereinigungen beider Hochschulen ihre Mitglieder befragen, was sie wollen. Denn gerade in Zürich haben die Studierenden schon jetzt aufgrund der hohen Lebenshaltungskosten mit der Studienfinanzierung zu kämpfen. Natürlich blicken viele Studierende der Gebührenerhöhung mit großer Sorge entgegen. Man will sich nicht fürs Studium verschulden. Die Finanzierung durch Nebenjobs dürfte die Studiendauer allerdings deutlich in die Länge ziehen.  Schon jetzt beziehen die studentischen Vertretungen an der Uni  Zürich und Basel kritisch Position. Sie halten das aktive Werben um mehr MINT-Nachwuchsführungskräfte und die Pläne zur Studiengebühren Erhöhung gerade an einer der Top Hochschulen für die MINT-Fachbereiche in der Schweiz für völlig inkompatibel.  Hochschulvertreter sind hingegen überzeugt, dass die Studienbewerber Zahlen durch eine Gebührenerhöhung aufgrund des guten Rufs der Hochschule nicht sinken werden. Zudem seien auch die höheren Gebühren im internationalen Vergleich noch günstig für ein Studium an einer der Top Hochschulen weltweit.

In wieweit auch die Schweiz Schlagzeilen mit Studentenprotesten machen wird, hängt nun ganz davon ab, wie sich Politik, Hochschulen und studentische Vereinigungen aufeinander zubewegen.