Holland: Länger studieren kostet 3.000 Euro

Wer in den Niederlanden studiert, sollte künftig die Regelstudienzeit fest im Auge behalten. Denn auch ausländische Langzeit-Studenten könnten bald mit jährlich 3.000 Euro zur Kasse gebeten werden…

Auch in den Niederlanden gehen die Wogen aufgrund des Sparkurses der Regierung im Bildungsbereich hoch. Vor allem die geplante Einführung einer Studiengebühr von 3.000 Euro pro Jahr für Langzeit-Studenten hat viele Studierende erzürnt. Hunderte von Studierenden haben deshalb in Den Haag gegen die Sparmaßnahmen und die neue Gebühr demonstriert. Bei den Kundgebungen waren auch viele Dozenten anzufinden, denn die neue Studiengebühr soll auch die Hochschulen selbst treffen. Sie sollen ebenfalls 3.000 Euro pro Langzeit-Student an den Staat zahlen. Hochschule und Studierende werden also doppelt zur Kasse gebeten. Kritisiert wird neben der hohen Gebühr vor allem, dass die Beweggründe für ein längeres Studium nicht berücksichtigt werden. Studierende, die z.B. durch ein Praktikum oder eine ehrenamtliche Tätigkeit länger studieren, werden gleich behandelt mit denjenigen, die tatsächlich nicht ihren Pflichten nachkommen und das Studium unnötig in die Länge ziehen. Aus Sicht der Regierung hingegen liefern die Studierenden offenbar selbst eine Steilvorlage für die neue Gebührenordnung. Denn in den Niederlanden gibt es derzeit rund 60.000 Studierende, die die Regelstudienzeit überschreiten. Wenn pro Student 6.000 Euro berechnet werden können, dann tut sich hier eine große neue Einnahmequelle auf. Gleichzeitig dürften die drastischen Maßnahmen auch zur Abschreckung dienen und Studierende mehr zu einem zügigen Studium anhalten.