Unzumutbare Studiengebühren in UK ?

Die Sparmaßnahmen in England sind einschneidend, vor allem auch im Bildungssektor. Um dies auszugleichen, hat die britische Regierung nun ihren Hochschulen erlaubt bis zu 9.000 £ also knapp 11.000 Euro Studiengebühren für ein Studienjahr zu verlangen. Das entspricht nahezu einer Verdreifachung der bisherigen Gebühren. Die Studierenden fürchten nun zu recht, dass die Hochschulen versuchen werden, den Maximalbetrag von den Studierenden zu kassieren. Erste Studierende haben daher nun den Versuch einer Klage gegen die Regierung wegen Verletzung der Menschenrechte und dem Gleichheitsgebot unternommen. Denn gerade für Studierende aus bildungsfernen Schichten sind die neuen Studiengebühren nicht mehr tragbar. Fraglich ist, ob dies mit dem Equality Act vereinbar ist, nachdem niemandem das Recht auf Bildung verweigert werden darf. Bildung muß zwar nicht kostenfrei für jeden zugänglich sein,  aber die Kosten dürfen auch nicht mehr oder weniger diskriminierend wirken.  Diejenigen Studierenden, die die Studiengebühren irgendwie gestemmt bekommen, blicken voller Sorge auf die immense Rückzahlungslast nach Studienende und Einstieg ins Berufsleben.

Die Richter haben die Klage zwar abgewiesen, weisen aber darauf hin, dass die gesetzlichen Bestimmungen zur Gleichberechtigung von Minderheiten, in diesem Fall z.B. behinderte Studierende, nicht ausreichend berücksichtigt worden sind. Britische Studierende können also eventuell noch mit einer kleinen Nachbesserung rechnen. Für die Mehrheit der Studierenden wird das Studium jedoch deutlich teurer werden. Viele werden sich daher sicher auch im Ausland nach Studienplatz-Alternativen umschauen.