Studenten-Portal: Drittmittel unter der Lupe

Piles de monnaie en croissanceHochschulen sollen eigentlich unabhängig forschen und lehren. Doch die notwendige Beschaffung von Drittmitteln aus der freien Wirtschaft bringt offenbar Interessenskonflikte mit sich wie ein neues Portal aufzeigt.

Es bilden sich immer mehr Initiativen, um in undurchsichtigen Themenfeldern für mehr Transparenz zu sorgen und möglicherweise Ungerechtes oder Zweifelhaftes aufzudecken.  Für den Hochschulbereich ist dazu z.B. gerade das Portal Hochschulwatch.de online gegangen. Ziel des Portals ist es, die Drittmittelbeschaffung der Hochschulen genauer unter die Lupe zu nehmen. Konkret geht es dabei um die Frage, in wie weit Stifter und Sponsoren auf unangemessene Weise Einfluss auf die Schaffung neuer Lehrstühle und Forschungsschwerpunkte nehmen, oder wann Hochschulen sich zu stark als Werbefläche verkaufen. Denn eigentlich sollten die Hochschulen ja möglichst frei in der Festlegung ihrer Forschungsprojekte und der Entwicklung neuer Lehrstühle sein und bleiben. Die Betreiber des Portals haben  aber schon 15 Fälle recherchiert, in denen zu enge Verquickungen zwischen Hochschule und Sponsor vermutet werden.  Die Tendenz ist sicher steigend, denn spätestens seit dem Wegfall der Studiengebühren sind die Hochschulen noch stärker auf Drittmittel von Unternehmen oder Stiftern angewiesen. Und alles hat seinen Preis bzw. die Sponsoren erwarten verständlicherweise natürlich auch eine Gegenleistung für ihr finanzielles Engagement. Die Kernfrage für die Initiatoren von Hochschulwatch ist jedoch, wie weit der Einfluss von Sponsoren gehen darf. In einigen Fällen geht dieser  offenbar nachweislich zu weit.  Deshalb soll mit Hilfe des neuen Portals für mehr Transparenz in die Verwendung der aus der Wirtschaft erhaltenen Drittmittel gebracht werden. Ähnlich einem Wiki kann man sich auf dem Portal en Detail über fragwürdige Lehrstühle und Forschungsaktivitäten  und vieles mehr informieren.  Wer neue Informationen zu weiteren undurchsichtigen Sponsoring-Fällen hat, kann diese ebenfalls mit einstellen. Auf diese Weise wollen die TAZ, der studentische Dachverband fsz sowie Transparency International für das Thema Unabhängigkeit der Wissenschaft sensibilisieren und aufklären.

 

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