Studentenerhebung: In München nur noch Akademiker-Kinder am Start

Die Herausforderungen, ein Studium finanzieren zu können, bringen zuweilen bizarre Ergebnisse hervor. So hat das Deutsche Studentenwerk München kürzlich die Ergebnisse einer Studie veröffentlicht, nach denen in München immer weniger Studierende eingeschrieben sind, deren Eltern nicht selbst Akademiker sind. Anders gesagt: wer es sich nicht von Haus aus leisten kann, der studiert eben nicht in einer der teuersten Städte Deutschlands.  Was das für die Münchner Universitäten bedeutet?

Mittel- und langfristig werden sie sich wohl auf eine immer unausgewogenere Sozialstruktur ihrer Studierendenschaft einrichten müssen. Denn während bei der Erhebung im Jahr 2006 rund 30 Prozent der Münchener Studierenden mit weniger als 700 EUR Monatsbudget auskommen müssen, so sind es bei der aktuellen Erhebung nur noch 22 Prozent. Demgegenüber stehen aktuell aber knapp 20 Prozent der Studierenden, die mehr als 1.100 EUR zur Verfügung haben – ein Budget, das mehr als ein Drittel so hoch ist wie das der Studierenden im bundesdeutschen Durchschnitt.

München, also eine Insel der wohlhabenden Söhne und Töchter? Nicht ganz. Denn immerhin mehr als die Hälfte der Studierenden gab an, dass das Studium ohne einen Nebenjob überhaupt gar nicht zu finanzieren wäre. Und 71 Prozent der Münchener Studierenden haben einen Nebenjob – für den sie rund 17 Prozent ihres wöchentlichen Zeitbudgets von rund 44 Stunden aufwenden. Das wesentlich höhere Budget hängt wohl auch mit den Mietkosten und den allgemeinen Lebenshaltungskosten zusammen: allein die Mietkosten liegen mit durchschnittlich 350 EUR um rund 19 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Dafür sind rund zwei Drittel der Studierenden aber auch zufrieden mit ihrer Wohnsituation.

Insgesamt scheint München den Studierenden, der Studie zufolge, für die attraktiven Studienbedingungen einen ordentlichen Preis abzuverlangen.