Bachelor-Absolventen im Consulting stark gefragt

Vor allem große Unternehmensberatungen machen derzeit wieder mit originellen Recruiting Events auf sich aufmerksam. Das passiert natürlich nicht rein zufällig, denn talentierte Bachelor-Absolventen sind hier heiß begehrt…

Beratungen tun viel dafür, dass ihre sogenannte ‚Employer-Brand‘ unter Studenten möglichst hipp ist. Die Events reichen vom gemeinsamen Marathon-Lauf über Segelturns bis hin zum Case Study Wochenende im edlen Kitzbühel. Ständig gibt man sich im Recruiting innovativ, um die besten Studenten des Jahrgangs mit Events und speziellen Seminarangeboten für sich zu gewinnen. Hintergrund dafür ist der große Bedarf und die Attraktivität von Bachelor-Absolventen für die Beratungsbranche. Denn gefragt sind hier junge, flexible Mitarbeiter, die sich gut verkaufen können und bereit sind, sich auf die Arbeitsbedingungen in der Beratungswelt einzulassen. Ist man erst einmal im Bachelor- Programm drin, so ist der Karriereweg für die nächsten Jahre auch ohne großes Nachdenken schon festgelegt. Nach zwei Jahren Mitarbeit in den Beratungsprojekten ist der Anschluss des Master-Studiums vorgesehen. Hierfür kann man als junger Berater dann eine Auszeit, auch ‚Leave‘ genannt, nehmen. In der Regel wird man auch weiterhin vom Arbeitgeber großzügig unterstützt, um das Studium möglichst schnell abschließen zu können. Selbstverständlich ist anschließend der Wiedereinstieg in der Beratung auf einem anderen Level für mehrere Jahre vorgesehen. Wer vorzeitig wechseln will, muß unter Umständen die finanziellen Zuschüsse zum Master-Studium an den Arbeitgeber zurückzahlen. Ähnlich bindende Regelungen gelten auch für die Vergabe von Leasing-Fahrzeugen auf Firmenkosten. So viele Extras wie in der Beratung werden jungen Bachelor-Absolventen dennoch anderswo nur selten geboten. Doch das Reinschnuppern in verschiedenste Branchen, die Chance anschließend gezielter das Master-Studium anzugehen, die Master-Finanzierung etc. täuschen scheinbar nicht über die hohen Arbeitsanforderungen hinweg. Denn die Anzahl der Bewerber mit Bachelor-Abschluss liegt noch hinter den Erwartungen der Beratungen. Dies liegt vielleicht auch daran, dass sich die ersten Absolventen des in Deutschland noch recht jungen Bachelor-Abschlusses noch nicht so viel zu trauen wie die Beratungen an Potential in ihnen sehen.