Berufseinstieg: Neues Gütesiegel für Trainees

Eine Traineestelle soll auf eine zukünftige Arbeit vorbereiten, neues Wissen vermitteln und möglichst viele Fachbereiche abdecken. Leider ist die Realität oft nicht so schön: da wird an den Arbeitszeiten gedreht, der Trainee wird nur schlecht bezahlt, seine Arbeitsstelle entspricht nicht den Beschreibungen oder schlimmer: er wurde fürs Kaffeekochen eingestellt. Das Problem: da der Begriff „Trainee“ nicht geschützt ist, kann jedes Unternehmen eine derartige Stelle auch anders ausschreiben. Es kommt zu großen Qualitätsunterschieden zwischen den Stellen und schlimmstenfalls auch zu unfairer Behandlung. Um das zu verhindern und um zukünftigen Trainees die Auswahl zu erleichtern, gibt es 2012 nun zum ersten Mal eine Art Richtlinie. Das Institut für Personalwirtschaft der LMU München sowie 11 namhafte Unternehmen unterstützen dabei die Jobbörse für Studenten Absolventa (www.absolventa.de), um eine Charta durchzusetzen, die einen qualitativen Standard innerhalb der Trainee-Angebote sicherstellt: Gemäß der Charta stellt ein faires Traineeship die Grundlage einer langfristigen Zusammenarbeit dar. Der Trainee soll unterschiedliche Unternehmensbereiche kennenlernen und dabei verantwortungsvolle Aufgaben übernehmen. Auch Weiterbildungsmaßnahmen, die angemessene Vergütung und die regelmäßige Evaluation der Programme spielen eine wichtige Rolle. Wer also gerade auf Bewerbungstour geht und sich für den Jobeinstieg als Trainee interessiert, der sollte in jedem Fall mal einen Blick auf die fair Traineeship-Unternehmen werfen. Die Unternehmensliste dürfte bald länger werden, denn es schließen sich sicher kontinuierlich weitere Unternehmen der Initiative an.