Bestnoten sind noch keine Jobgarantie

Im späteren Job zählen Praxis und Soft Skills mehr als Noten – dies ergab eine aktuelle Umfrage der Wirtschaftswoche zum Hochschulranking.

Wer sich an der RWTH Aachen und der TU Darmstadt zum Ingenieur oder Informatiker ausbilden lässt, hat Topchancen auf dem späteren Arbeitsmarkt. Ökonomen sollten eher Mannheim als zukünftigen Wohn- und Lernort wählen. Doch der Ruf der Universität und der Abschluss sind nicht mehr zwingend ein Jobgarant: in 2007 waren schon 25% der Absolventen für den Job, den sie nach dem Abschluss annahmen, überqualifiziert.

Die Zeiten aber ändern sich. Mittlerweile bietet die Wirtschaft Plätze für jeden an. 85% der Personalchefs sind laut der Wirtschaftswoche-Umfrage davon überzeugt, dass gute bis sehr gute Chancen auf dem Berufsmarkt existieren. Und längst entscheidet nicht mehr nur die Abschlussnote das Rennen um den zukünftigen Arbeitsplatz. 56% der Personaler von heute achten auf praktische Erfahrungen – ein Studienfach naher Nebenjob zahlt sich also aus. Und wer dafür keine Zeit hat, der kann sich immer noch auf seine sogenannten Soft Skills berufen: sind solche berufsorientierten Qualifikationen nicht nachweisbar, so schlägt jeder dritte Personalverantwortliche dem Bewerber die Tür vor der Nase zu. Mangelndes Fachwissen ärgert immerhin noch 27% der Verantwortlichen, schlechte Noten hingegen stellen mit 16% das Schlusslicht der Ausschlusskriterien dar.

Ein weiteres Mal beweist diese Studie: das Gesamtpaket zählt. Wer kontinuierlich an allen Ecken ein wenig baut, der hat am Ende ein Haus – ein zu fokussierter Student aber vielleicht nur eine Mauer.