Bewerbung: Fettnapf Motivationsschreiben

Endlich einen Job oder ein Stipendium gefunden, das so richtig gut zur eigenen Studienplanung passen würde? Dann wird es Zeit, sich selbst gut zu verkaufen und eine überzeugende Bewerbung abzuliefern. Während Anschreiben und Lebenslauf Gestaltung den meisten Studierenden wenig Probleme bereitet, verleiht der Bewerbungsteil ‚Motivationsschreiben‘ jedoch der Fantasie des Bewerbers oftmals geradezu Flügel. Zu gerne vertieft man sich in epischer Breite in die Vorzüge der in Kindertagen ausgeübten Hobbies, schwelgt in Erinnerungen an die Höhepunkte des Auslandaufenthalts oder rechtfertigt seine Fachkompetenz mit dem Abschluss an einer renommierten Hochschule. Das sorgt aber bestenfalls für allgemeine Erheiterung der Personaler, wenn nicht gar für Gähnen.  Dabei ist das Motivationsschreiben eigentlich ein ‚Terrain‘,  wo es relativ leicht fällt, sich sofort von hundert anderen Bewerbern zu differenzieren. Das gelingt aber nur dann, wenn man sich vorab klar macht, was der Personaler wohl mit Hilfe des Motivationsschreibens über den Bewerber lernen möchte. Auch im Internet  (z.B. Motivationsschreiben.de, efellows.de ) findet man erste Basic Infos zum grundsätzlichen Aufbau des ‚ominösen‘ Bewerbungsbestandteils: Motivationsschreiben. Demnach kann die Argumentationskette  ‚darum bin ich der beste Kandidat‘  über verschiedene Fragen aufgebaut werden. Hierzu zählen Fragen wie ‚warum bewerbe ich mich ausgerechnet hier?‘ , ‚was kann ich einbringen an Erfahrungen?‘ , warum halte ich mich für kompetent?‘ usw. Die Antworten hierauf sollten insgesamt den Rahmen einer DIN A4 Seite nicht sprengen und vor allem plausibel, also aus der persönlichen Situation, hergeleitet werden. So könnte z.B. die ökologische Ausrichtung einer Stiftung zur eigenen Lebensführung passen und für die Stipendium-Bewerbung genau hier sprechen.

Ein weiterer wichtiger inhaltlicher Bestandteil ist der Ausblick in die Zukunft. Denn die Personaler möchten auch  erfahren, ob und wenn ja welche Karrierepläne der Bewerber schon im Kopf hat. Diese Passage sagt viel aus über die realistische Selbsteinschätzung des Bewerbers und  kann mit Hilfe der  im Lebenslauf skizzierten Fakten schnell auf Plausibilität geprüft werden. Auch wird hier schnell deutlich, ob ein Bewerber vielleicht aufgrund seiner Qualifikationen ambitionierte Karriereziele verfolgt, denen das Unternehmen nicht wird gerecht werden können.

Das Motivationsschreiben bietet also viele Möglichkeiten, zwischen den Zeilen um Sympathien zu werben, allerdings sollte man nicht versuchen, das Gegenüber zu arg zu täuschen.