Crowd Funding: Meine Freunde zahlen

Manche Menschen können etwas besonders gut, zum Beispiel Musik in einer Band machen. Bis zum großen Erfolg vergeht aber oft viel Zeit. Mit Crowd Funding funktioniert das ganz anders: die Fans bezahlen das Projekt im Voraus und finanzieren so das gesamte Projekt. Das tun sie natürlich nicht umsonst…

Vielmehr kaufen Sie mit ihren Vorab-Geldbeiträgen in kleinen Schritten quasi „Anteile“ an dem Projekt, für die sie einen Gegenwert erhalten. Eine der größeren Seiten, die das Modell erfolgreich umgesetzt hat, ist http://www.sellaband.com . Dort können Musiker das Budget z.B. für ihre nächste Platte einwerben, beispielsweise 20.000 EUR Produktionskosten. Dieses Geld zahlen die „Believer“ (= Fans) für „Parts“, also Anteile an dem Projekt. Für einen „Part“, der z.B. 10 Euro kostet, erhält der Fan z.B. später eine CD, für 5 „Parts“ (50 Euro) z.B. ein umfangreiches Paket mit CD, Autogramm und weiteren Merchandising-Artikeln. Die Musiker sind damit unabhängiger davon, dass eine Plattenfirma sie vorab produziert, und sie haben v.a. von Beginn an eine treue Schar an Fans – ein Modell, dass die Regeln der Musikwelt verändern könnte. Denn es sind nicht mehr die großen Plattenbosse, die entscheiden, was produziert wird, sondern die Masse der Internetnutzer – eben Crowd Financing. Über Sellaband wurden bislang 61 Projekte finanziert – weltweit. Knapp 4.300 Künstler nehmen an dem Projekt teil, darunter Public Enemy (www.publicenemy.com), die knapp 75.000 Euro über die Seite „organisiert“ haben.

Eine weitere Crowdfunding-Seite ist http://www.startnext.de, auf der derzeit rund 30 Projekte u.a. aus den Bereichen Musik, Film/Video, Event, Malerei, Bildhauerei, Literatur und Theater vorgestellt werden. Die „Believer“ wissen dabei, dass das Projekt entweder erfolgreich umgesetzt wird, wenn genug Geld zusammenkommt – oder aber, dass sie ihr Geld zurückerhalten, wenn das Projekt mangels Unterstützung nicht umgesetzt werden kann.

Und auch Startups können sich inzwischen des Crowdfunding-Gedankens bedienen: mit der Seite http://www.seedlounge.de bzw. den entsprechenden Offline-Veranstaltungen können „Believer“ (also in diesem Fall Investoren) in 100 EUR-Schritten eine Geschäftsidee unterstützen, die sie für viel versprechend halten. Dadurch dürften sich machtvolle Ideen schneller einen Weg in die Realität bahnen können als in dem bisherigen Modell der Venture Capitalists. Unterstützt wird die seedlounge von der Münchner FIDOR Bank, der Vorreiterin in Sachen social banking.

Ein ähnliches Konzept wie die Seedlounge gibt es inzwischen auch schon mit Schwerpunkt auf social entrepreneure: http://www.33needs.com.

Mit Crowd Funding gibt also neben und spätestens nach dem Studium ein interessantes neues Modell, um für seine Ideen potentielle Investoren zu gewinnen.

Mehr Info gibt’s hier