Job: Der Arbeitsplatz von morgen

Jeden Tag 8 Stunden im gleichen Büro? Wenn man den Trendprognosen Glauben schenkt, ist dieses Arbeitsmodell schon bald veraltet. Gemäß einer Umfrage des Future Work Forum des britischen Henley College unter mehr als 350 Managern weltweit,  ist für die Mehrheit der Führungskräfte heute schon klar, dass in Zukunft mehr als  40 Stunden pro Woche gearbeitet wird. Und das auch ganz sicher nicht mehr Tag für Tag in ein und demselben Büro.  Die Prognosen gehen in Richtung bezahlter Leistung anstatt abgesessener Stunden, frei wählbaren Arbeitsplätzen und der Nutzung von Büros als eine Art Meeting-Treffpunkte – nicht jedoch als Arbeitsort.  Die Mehrheit der Befragten war sich sicher, dass die Produktivität ihrer Angestellten mit diesem Modell steigt und die Zufriedenheit zunimmt. Mehr Flexibilität für Unternehmen, mehr Produktivität, motivierte Mitarbeiter und geringere Kosten: definitiv eine gute Aussicht.

Für viele Großunternehmen ist all das aber längst keine Zukunftsmusik mehr. So hatten beispielsweise bei der Deutschen Telekom bereits 2001 rund 15.000 Vertriebsmitarbeiter keinen Schreibtisch mehr im Konzern. Weil es schlicht nicht nötig war. Auch bei Microsoft in Amsterdam gibt es weder feste Arbeitszeiten noch Arbeitsplätze. Im Gebäude nahe des Flughafens Schiphol gibt es ein paar Kreativräume und einige Sitzungszimmer. Die Microsoft-Mitarbeiter arbeiten wann und wo es ihnen passt.

Ein flexibler Arbeitsort für Mitarbeiter spart nicht nur Kosten, sondern steigert ganz nebenbei auch die Zeit, die den Mitarbeitern für die Erledigung ihrer Arbeit zur Verfügung steht. Durch den hohen Grad an persönlichem Freiraum fühlen sich Mitarbeiter offenbar auch weniger ihrer Freizeit beraubt, weil für die Ausübung des Jobs weniger private Zeit drauf geht. Der übliche Zeitfresser ‚Anfahrtsweg‘  entfällt bspw. komplett.

Aber ab morgen soll niemand allein vor Smartphone und iPad im stillen Kämmerlein sitzen. Das Büro ist immer noch als Treffpunkt für Meetings nützlich und soll den zwischenmenschlichen Kontakt untereinander ermöglichen – aber wenn jemand besser daheim im Bett arbeitet, dann soll das auch möglich sein: nicht die Zeit, die im Büro gesessen wird, soll entlohnt werden, sondern die tatsächliche Leistung.

Für eine Generation an Studenten, die jederzeit an Informationen kommen kann, die es gewohnt ist, überall vernetzt zu sein, ist das starre Arbeitsmodell der industriellen Zeit nicht mehr adäquat. Flexibilität ist in der schnelllebigen Zeit von Facebook, Google und Co. nun auch am Arbeitsplatz angekommen – gut so!