Karrierefaktor: Work-Life-Balance

Absolventen geben Vollgas, um ihre Arbeitgeber vom eigenen Potenzial zu überzeugen.  Doch wer hält das schon auf Dauer durch? Und wollen Arbeitgeber das wirklich sehen?

Optimalerweise sollten Job und Privatleben harmonisch miteinander vereinbar sein. Doch gerade bei jungen Berufseinsteigern stehen Arbeit und Freizeit nur selten im Einklang. Absolventen, die in ihrem ersten festen Job nach dem Studium dem Arbeitgeber zeigen möchten, welches Potenzial in ihnen steckt, überarbeiten sich schnell. Damit sich dies langfristig nicht negativ auf die Karriere auswirkt, sollten Absolventen, trotz allen Bemühungen die Karriere voran zu bringen, das Thema Work-Life-Balance ernster nehmen und stets im Blick behalten.

Wenn das Arbeitsleben zunehmend Dominanz ausübt, leidet nicht nur das Privatleben, sondern schnell auch die Karriere. Gerade Stress und Angst wirken sich negativ auf die persönliche Work-Life-Balance aus. Karrieredruck kann bewirken, dass die eigenen Ziele unverhältnismäßig hoch angesetzt werden. Konkurrenzdruck veranlasst gerade junge Menschen dazu, permanent mehr als ihren Soll zu erbringen. Auswirkungen auf Psyche und Gesundheit lassen in solchen Fällen nicht lange auf sich warten. Bekannt ist vor allem das Burnout-Syndrom, welches einen Zustand der totalen Erschöpfung beschreibt. Wenn das Leben aus fast nichts anderem mehr als dem Job besteht, fehlen die Möglichkeiten zur psychischen und physischen Regeneration. Zwar mag die Karriere kurzfristig gut vorangehen, aber die persönliche Entwicklung als Mensch bleibt auf der Strecke. Die Folge sind Frust und Depressionen. Zwangsläufig folgt irgendwann die Frage nach dem Sinn des Ganzen und ein Rückschritt in der Karriere ist unvermeidlich. Was fehlt sind dann Perspektiven, die über den Arbeitsalltag hinausreichen.

Arbeitgeber sind in den seltensten Fällen glücklich über Mitarbeiter, in deren Work-Life-Balance ganz offensichtlich etwas schief läuft. Die Leistungsbereitschaft sinkt, die Kreativität verflacht und Beziehungen zu Kollegen leiden im gleichen Maße. Einige Unternehmen setzen sich daher schon besonders für eine gute Work-Life-Balance ihrer Mitarbeiter ein.  Bereits vor dem Jobstart können sich Absolventen auch in dieser Hinsicht über ihren zukünftigen Arbeitgeber informieren, z.B. auf dem Portal meinChef.de.  Hier kann neben anderen ‚weichen‘ Kriterien für die Arbeitgeberwahl wie ‚Chancengleichheit‘ oder ‚Unternehmenskultur‘ auch nach den besten Bewertungen in der Kategorie ‚Work-Life-Balance‘ gefiltert werden.  Eine gute Work-Life-Balance im Unternehmen bedeutet dabei keinesfalls die Aussicht auf einen ‚Hängematten-Job‘.  Vielmehr ist dies ein Indikator für ausgeglichene wie leistungsfähige Teamkollegen sowie eine geringe Mitarbeiterfluktuation, und damit ein angenehmes Arbeitsklima.