Karrieretrend Downshifting

Viel Verantwortung, eine Menge Geld: Studenten, die am Anfang ihres Arbeitsweges stehen, sehen oft diese Ziele in weiter Ferne. Abschluss, Traumjob und dann die große Karriere, das ist das Bild, das in den meisten Köpfen existiert. Und es gibt nur einen Weg: nach oben!

Menschen, die am anderen Ende des besagten Weges stehen, machen jedoch immer öfter das genaue Gegenteil. Sie geben ab. Ihre Verantwortung, einen großen Teil ihres Einkommens, manchmal sogar ihren gesamten Job. Downshifting nennt sich das Phänomen und es greift epidemisch um sich.

Der Grund? Die eigene Zufriedenheit. Denn während der junge Student noch viel Geld mit guter Arbeit gleich setzt, haben viele Menschen in der Mitte des Lebens herausgefunden, dass genau das nicht immer stimmt. Mit viel Geld ist oft auch viel Arbeitszeit verbunden und damit wiederum keine Freizeit, kein Privatleben, kein Raum zum Durchatmen. Je näher man den oberen Führungsetagen kommt, umso mehr Anpassungen erfordert der Job. Die Erwartungshaltung steigt ins Unermessliche – von der vierundzwanzig stündigen Erreichbarkeit über die selbstverständliche Arbeit am Wochenende und im Urlaub bis hin zur nomadengleichen Mobilitätsbereitschaft. Solch extreme Anforderungen  genauso wie die Eintönigkeit, die eine frühe Festlegung auf einen Karrierezweig mit sich bringt, sind mit der Zeit ausschlaggebend für eine Kündigung. Spätestens dann, wenn ein Burnout  droht.

Doch nicht nur Unzufriedenheit ist Grund für das berufliche Abspecken. Gerade junge Führungskräfte entscheiden heute selbstbewusst, wo ihre Karriere pausieren oder enden soll, nicht aus Leid an den Arbeitsbedingungen, sondern um die Lust am Job zu erhalten. Was sie dazugewinnen? Mehr Zeit und neuen Sinn. Dafür verzichten sie auf größeren Wohlstand und oberflächliches Prestige. Denn am Ende zählt das Glück.