Nebenjobs: Diagnose erklären

Ödeme, Aneurysmen, cerebrale Athetose – kein Normalsterblicher muss alle diese Fachbegriffe kennen. Wer jedoch einen Befund seines Hausarztes liest, der möchte natürlich wissen, was genau los ist. Die Lösung bietet jetzt die Initiative ‚washabich.de‘. Hier können angehende Mediziner ihr Wissen testen und Patienten über ihre Krankheiten und Untersuchungsbefunde aufklären. Mit 280 ehrenamtlichen Mitarbeitern bewältigt die Initiative die hohe Nachfrage seitens der Patienten tapfer, wenn auch die Seite derzeit öfter überlastet ist aufgrund der zahlreichen Diagnoseberichte, die eingesandt werden. Das Portal ist, obwohl sie noch nicht lange besteht, jetzt schon ziemlich beliebt, denn inzwischen werden wöchentlich zwischen 200 und 450 Befunde hochgeladen – Tendenz steigend. Übersetzen kann washabich.de etwa 150 am Tag. Nachdem ein Befund übersetzt wurde, haben die Nutzer die Möglichkeit, ein Feedback, vor allem zur Ausführlichkeit und zum Verständnis abzugeben. 70 Prozent nutzen momentan dieses Angebot und bewerten die Übersetzung überwiegend positiv. 20 bis 30 Prozent nutzen sogar die Möglichkeit, eine Spende zu übermitteln. Von den Spenden werden 20 Prozent zur Aufrechterhaltung des Projekts genutzt, der Rest geht an den studentischen Mitarbeiter. Für die Medizin-Studenten, die die Befunde bearbeiten, ist es eine gute Praxisübung; für die Menschen, die den Dienst in Anspruch nehmen, eine endgültige Erklärung des Begriffswirrwarrs. Trotzdem weisen die Betreiber darauf hin, dass sie keine Therapiesitzung ersetzen und sich Patienten die Diagnose vom zuständigen Arzt erklären lassen sollen. Washabich.de soll lediglich der schriftlichen Absicherung dienen, nicht jedoch als Behandlungsplan.