Neue Bewerbungsfragen

Wie alles im Studium so ist auch die Vorbereitung auf ein Bewerbungsgespräch für Praktikum oder Job von vorne bis hinten gut durchgeplant und optimiert. Antworten auf typische Bewerbungsfragen nach Stärken und Schwächen und vielem mehr kommen wie aus der Pistole geschossen. Natürlich versucht jeder, sich dabei möglichst optimal in Szene zu setzen. Denn jeder Studierende hat frühzeitig gelernt, sich gut zu verkaufen und alle anderen fallen vermutlich eh ziemlich schnell durchs Bewerbungsraster. Wer also wirklich näher an seine Stellenanwärter heranrücken will, ihre Persönlichkeit und Street Cleverness für einen Moment lang einfangen will, der muß sich deutlich  mehr einfallen lassen. Und genau das haben viele Personaler mittlerweile erkannt – nicht nur in Amerika. Bewerber werden deshalb zunehmend mit Schätzfragen konfrontiert oder sollen aufzeigen, welche Lösungen sie für globale Probleme, wie z.B. der Hungersnot auf der Welt, sehen. Mit Standardantworten kommt man hier ebenso wenig weiter wie mit einer intensiven Recherche der Firmenwebsite. Denn die Fragen haben nichts mit dem späteren Job zu tun. Dennoch ermöglichen die Antworten der Bewerber bestimmte Rückschlüsse auf ihre Persönlichkeit. Ganz abgesehen davon, dass sich schnell zeigt, ob eine unverhoffte Frage den Bewerber sofort aus der Bahn wirft, oder ob locker mit der Herausforderung umgegangen wird. Und schon sind die ersten Soft Skills auch schon indirekt abgeprüft, ohne dass der Bewerber es mitbekommt. Man sollte im Bewerbungsgespräch also flexibel sein und auch jenseits der ausgetrampelten Klassiker Floskel-Pfade noch etwas beitragen können. Je früher man sich öffnet und etwas von sich Preis gibt, umso weniger lang muß der Personaler ggf. nach weiteren Cases suchen, um den Bewerber aus der Reserve zu locken.