Praktikanten bewerten Unternehmensattraktivität

Rankings listen alljährlich die attraktivsten Unternehmen für den Berufseinstieg auf. Doch wer erst einmal dort gearbeitet hat, bewertet vieles anders. Eine neue Studie zeigt, worauf es jungen Absolventen wirklich ankommt…

Immer wieder werden Studierende zur Attraktivität verschiedener Unternehmen befragt. Auch der Praktikantenspiegel, der von Clevis in Kooperation mit der LMU München und dem Karriereportal Absolventa, durchgeführt wird, verfolgt dieses Ziel. Anders als bei anderen Studien, werden jedoch nur Studenten um ihre Bewertung gebeten, die vorab im jeweiligen Unternehmen auch schon einmal gearbeitet haben bzw. ein Praktikum absolviert haben. Prompt fällt das Ranking ganz anders aus als Befragungen von Studenten, die die Beliebtheit von außen, also rein nach Firmenimage einschätzen sollen. Die über 3.000 befragten Praktikanten lassen sich von einer ansprechenden, hippen Marke alleine offenbar nicht überzeugen. Auch ein hohes Gehalt zieht nur begrenzt. Ein wirklich attraktiver Arbeitgeber muß sich darüber hinaus in Sachen Firmenkultur, Arbeitsatmosphäre sowie mit einer interessanten Aufgabenstellung für das Praktikum bewähren. Dies gelingt einigen großen, bekannten Firmen scheinbar weitaus schlechter als den unbekannteren, so genannten Hidden Champions. Auch leiden selbst bekannte große Banken nach der Finanzkrise z.B. noch stark am angekratzten Branchen-Image und müssen sich deswegen mächtig ins Zeug legen, um die besten Bewerber für sich gewinnen zu können. Firmen der IT und Telekommunikationsbranche hingegen kommen offensichtlich auch ohne bekannten Markennamen aus und zählen im Praktikantenspiegel trotzdem zu den attraktivsten, dynamischen Arbeitgebern. Interessanterweise fallen Markenstärke und Attraktivität des Unternehmens als Arbeitgeber doch recht stark auseinander. Nur den wenigsten Unternehmen gelingt es, eine beliebte Marke aufzubauen ohne im Arbeitsalltag dann später die hohen Erwartungen der Praktikanten zu enttäuschen. Allein der große Name stellt also noch lange kein erfülltes Arbeitsleben sicher. Praktika sollten daher genutzt werden, wann immer es geht, um möglichst viele Firmen von innen kennenzulernen und herauszufinden, welche Firmenkultur und Aufgabenstellung am besten zu einem passt.

  • Mehr Infos zu den Studienergebnissen gibt’s hier