Praktikum nach festen Regeln

Viele Studierende arbeiten auch nach dem Studium zunächst als Praktikant. Die Bedingungen sind dabei trotz Bachelor oder Master Abschluß oftmals nicht viel besser als zu Studienzeiten. Von der SPD kommt nun ein erster Vorschlag für einen Gesetzentwurf…

Die Mitarbeit als Praktikant ist nicht immer einfach. Erst bangt man um die Zusage, dann erwarten einen schnell erste Kompromisse im Anstellungsvertrag, von drögen Aufgabenstellungen oder ausufernder Arbeitsbelastung mal ganz zu schweigen. Natürlich kann alles auch viel besser laufen, keine Frage. Nur gibt es bisher für Praktikanten, die sich ausgenutzt fühlen, nur wenig Rechtsgrundlagen für eine Beanstandung. In letzter Zeit wurden verschiedene Initiativen gestartet, um dies zu ändern. Wir haben in diesem Zusammenhang bereits vom Fair Company Gütesiegel oder Portalen zur Praktikumsbewertung berichtet. Als erste Partei meldet sich nun auch die SPD zu Wort. Sie will die Rechte von Praktikanten stärken und im Bürgerlichen Gesetzbuch verankern. Gemäß dem Gesetzentwurf soll ein Recht darauf bestehen, dass das Praktikum ‚angemessen vergütet‘ wird. Der Verdienst für einen Praktikanten muß dann mindestens bei 350 Euro brutto im Monat liegen. Wird ein tatsächlicher Fulltime-Job als Praktikum deklariert, so sollen Unternehmen das volle Gehalt zahlen bzw. nachweisen müssen, warum es sich nur um ein Praktikum handelt. Zudem soll der Abschluß eines Praktikanten-Vertrags Pflicht werden.

Die im Gesetzesentwurf enthaltenen Vorschläge scheinen auf den ersten Blick erst einmal positiv für Praktikanten. Dennoch hat sich die SPD damit kräftig in die Nesseln gesetzt, denn viele ihrer Abgeordnete und Minister zahlen Praktikanten wenig bis keine Vergütung, zum Teil gibt es wohl nicht einmal einen Praktikanten-Vertrag. Der Gesetzentwurf fruchtet also hoffentlich auch baldig in den eigenen Reihen.