Praktikumszeugnis – was steht drin?

Nach dem Praktikum erhält man in der Regel ein Praktikumszeugnis. Die Formulierungen klingen auf den ersten Blick alle recht wohlwollend, doch was lesen Personaler wirklich zwischen den Zeilen?

Das Praktikums Zeugnis ist ein wichtiges Aushängeschild und sollte daher genau geprüft werden. Es ist daher ratsam schon zum Ende des Praktikums selbst eine vollständige Tätigkeitsbeschreibung anzufertigen. Auf diese Weise kann die Erstellung des Zeugnisses durch den Vorgesetzten etwas beschleunigt werden und man stellt sicher, dass alle erledigten Aufgaben richtig wiedergegeben werden.

Während im Ausland eher Referenzschreiben (so genannte Letter of recommendation)  verfasst werden, die den Fokus stark auf den Charakter und das Verantwortungsbewusstsein des Mitarbeiters legen, erfolgt im deutschen Zeugnis eher eine Bewertung – der erbrachten Leistung, der fachlichen Fähigkeiten und der Teamfähigkeit. Für die Bewertung haben sich bestimmte Zeugniscodes als eine Art ‚Geheimsprache‘ der Personaler etabliert. Nach Wörtern wie ‚stets‘ sollte man daher in seinem Praktikumszeugnis ebenso Ausschau halten wie nach Superlativen (z.B. zu unserer vollsten Zufriedenheit), denn diese verkörpern die Note ‚sehr gut‘. Neben der Beschreibung der bearbeiteten Aufgabenfelder wird vor allem die abschließende, zusammenfassende Beurteilung am Ende des Zeugnisses am häufigsten in Betracht gezogen. Formulierungen wie ‚ der Mitarbeiter zeigte nach Anleitung Fleiß und Eifer‘ oder ‚ Die Aufgaben wurden zumeist zu unserer Zufriedenheit erfüllt‘ stehen eher für eine unterdurchschnittliche Leistung. Sie entsprechen der Note ‚mangelhaft‘, auch wenn die Formulierung positiv klingen mag. Genauso kann ein Zeugnis auch durch Weglassen von wichtigen Attributen oder der übertriebenen Ausschmückung von Selbstverständlichkeiten für die aufgetragenen Aufgaben negativ auffallen. Zu viel Positives sollte das Zeugnis jedoch auch wieder nicht aufweisen, denn dann ist es schnell unglaubwürdig und verliert automatisch in den Augen des Personalers an Aussagekraft. Besonders fein raus ist man hingegen, wenn Sätze wie ‚wir wünschen Ihnen alles Gute für Ihren weiteren Lebensweg‘ oder sogar ‘wir würden uns über eine Bewerbung von Ihnen zu einem späteren Zeitpunkt sehr freuen‘ das Zeugnis schmücken. In Großkonzernen kann dies ein guter Türöffner für den späteren Berufseinstieg sein.