Service Learning – Studienleistungen in sozialen Projekten erzielen

Die Erlernung von Soft Skills ist für jeden Studenten unabdinglich. Warum also nicht den Vorlesungsstoff direkt in soziale Projekte einbringen statt Fallstudien oder Modellversuche? An welchen deutschen Unis das amerikanische Erfolgsmodell schon umgesetzt wird…

Praxiserfahrung ist unerlässlich. Studierende absolvieren im Laufe ihres Studiums daher immer wieder Praxismodule mit fiktiven Fallstudien, Modellversuchen und ähnlichem mehr. Dabei könnte das im Hörsaal erworbene Fachwissen auch genauso gut an realen Aufgaben getestet werden, insbesondere, wenn dies soziale Projekte vorantreibt. In den USA gilt das sogenannte ‚Service Learning ‚schon seit längerem als erfolgreiche neue Lehrmethode, die Theorie, Praxis und soziales Engagement während des Studiums bestmöglich miteinander kombiniert. Hochschulen, die das Konzept in Deutschland verfolgen, haben sich im Hochschulnetzwerk Bildung durch Verantwortung zusammengeschlossen. Hierzu zählen u.a. Universitäten in Mannheim, Osnabrück, Lüneburg und im Saarland. Vorreiter ist die Universität Duisburg-Essen mit ihrer Projektvermittlung uniaktiv. Nach Besuch eines Service Learning Seminars haben hier Informatik-Studierende bspw. für ein Mehrgenerationenhaus ein Portal entwickelt, welches ältere Menschen an die Nutzung des Internets heranführen soll. Das soziale Engagement kann man sich dann für das Studium anrechnen lassen, etwa als Praktikum oder als Abschlussprojekt. Neben der Anrechenbarkeit der erbrachten Leistungen und des Service Learning Seminars selbst, geht es Studierenden aber wohl vor allem um die Umsetzung des Lernstoffs direkt in die Praxis. Denn so ist der Lernerfolg immer noch am größten. Man ist mit sich und dem Studium zufriedener und trainiert ganz nebenbei auch wichtige Soft Skills für das spätere Berufsleben statt eintönigem Spiegelstriche-Lernen kurz vor Prüfungsbeginn. Die Projekte entstehen noch vorwiegend auf Eigeninitiative, dabei haben soziale Einrichtungen zur Realisierung ihrer Projekte immer wieder großen Bedarf an externer, fachmännischer Unterstützung. Nicht zuletzt wäre die engere Zusammenarbeit mit sozialen Einrichtungen in Form von gemeinsamen Service Learning Projekten also auch für die Hochschulen sehr imagewirksam. Service Learning wird sich vor diesem Hintergrund in den nächsten Jahren sicher auch in Deutschland weiter etablieren und den Studierenden zu einem interessanteren und individuelleren Studium verhelfen. Vielleicht lässt sich das ein oder andere Projekt ja sogar zum späteren Beruf ausbauen.