Soft Skills – was erwarten Unternehmen, was können Studenten?

Neben der Demonstration einer hohen Leistungsbereitschaft geht es beim Jobeinstieg oder zumindest bei der Vorbereitung darauf immer wieder um die eigenen Sozialkompetenzen,  neu-deutsch auch Soft Skills genannt. Das Wortungetüm erweist sich allerdings als ziemliche Blackbox und bietet so gewaltigen Interpretationsspielraum.  Unternehmen wie Studierenden assoziieren nicht nur unterschiedliche Fähigkeiten mit dem Begriff, sondern gewichten diese auch noch ganz unterschiedlich. Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls die Studie Unicensus 10, welche von Univativ in Kooperation mit monster.de durchgeführt wurde.  Für die befragten Unternehmen steht demnach die Flexibilität der Bewerber an oberster Stelle, gefolgt von Engagement und Teamfähigkeit sowie Kundenorientierung auf Platz 4. Kommunikationstalent ist mit Rang 8 gerade noch in die Top10 der Soft-Skill-Anforderungsliste gerutscht. Studierende hingegen denken, dass für den Jobeinstieg vor allem Teamfähigkeit und Engagement wichtig sind, Flexibilität und Kundenorientierung rangieren hier auf den letzten Plätzen, Kommunikationsbereitschaft jedoch deutlich höher. Schätzen die Studierenden ihre Sozialkompetenzen untereinander selbst ein, so  halten sie sich vor allem für Kommunikationstalente, teamfähig und engagiert. Flexibilität ist mittelmäßig ausgeprägt, Kundenorientierung gar nicht. Hierfür wird der 10. Platz vergeben! Die ganz unterschiedlichen Einschätzungen führen häufig zu Diskrepanzen im Bewerbungsgespräch. Vor allem sollten Studierende und Absolventen an ihrer Haltung in puncto Kundenorientierung, Flexibilität und Kommunikationsbereitschaft arbeiten, denn hier weichen die Erwartungen der Unternehmen am stärksten ab. Für Unternehmen ist eine starke Kundenorientierung bspw. Grundvoraussetzung für eine Zusammenarbeit. Wer dies für unwichtig hält, schießt sich direkt ins Aus. Auch der Begriff Flexibilität ist dehnbar. Ein Studium im Ausland gibt zwar Anhaltspunkte für eine gewisse Flexibilität, sollte jedoch weiter durch Anpassungsfähigkeit hinsichtlich Arbeitsort und –inhalten demonstriert werden. Allein mit Kommunikationstalent werden diese Diskrepanzen sonst  nicht weg zu bügeln sein, denn Unternehmen schätzen im Bewerbungsgespräch eher verbindliche Aussagen.

Für die Bewerbung ist es also hilfreich, sich auch Gedanken über die Erwartungshaltung des Gegenübers Gedanken zu machen. Ggf. kann im Bewerbungsgespräch auch gezielt nachgefragt werden, wie wichtig für die Ausübung der Stelle bestimmte Soft Skill Fähigkeiten sein werden. Das Fettnäpfchen ‚Kundenorientierung‘ kann man sich dabei natürlich gleich schenken.

Weitere Infos zu den Ergebnissen der Studie finden Sie hier