Soft Skills fürs Bewerbungsgespräch

Jeder kennt das: man kommt zu einem Bewerbungsgespräch und ja, man ist sich hundert pro sicher alle geforderten Qualifikationen vorweisen zu können. Doch dann geht die Präsentation schief und die Einstiegschance ist vertan.  Das muß nicht sein, spezielle Trainings helfen…

Soft Skills werden immer entscheidender für das erfolgreiche Durchlaufen des Bewerbungsprozedere in großen Unternehmen. Denn die Bewerbermasse ist groß und die Lebensläufe gleichen sich zunehmend – Aufenthalt im Ausland, gute bis sehr gute Noten, Studium an einer renommierten Hochschule, Ausflüge in soziales Engagement und eine nicht enden wollende Auflistung von Sprachkursen und ähnlichem mehr. Personaler interessiert daher umso mehr, welche Persönlichkeit der jeweilige Bewerber mitbringt, ob er gut ins Team passt, ob er genügend Flexibilität im Denken und eine gewisse ‚Street Cleverness‘ mitbringt. Solche Skills werden natürlich nicht als Teil des Studiums vermittelt. Dennoch kann man während der Studienzeit viel in Sachen Soft Skills lernen und vor allem schon weit vor dem Start ins Berufsleben trainieren.

Die Dringlichkeit von Kommunikationstrainings, Rhetorik Seminaren und dergleichen mehr haben auch die Hochschulen mittlerweile erkannt. Denn spätestens seit Einführung des Deutschland-Stipendiums müssen sie Sponsoren von der Qualität der Ausbildung an der jeweiligen Hochschule überzeugen. Und was wäre da aussagekräftiger als eine gute Jobeinstiegsquote unter den Absolventen? Neben der Vermittlung von Fachwissen, werden Hochschulen zukünftig deutlich stärker auch auf das Training der so praxisrelevanten Kommunikationsfähigkeiten setzen. Idealerweise sollte beides direkt in den Vorlesungen und Seminaren miteinander verbunden werden, wie es z.B. in den USA an vielen Business Schools üblich ist. Abgesehen von einzelnen Pilotprojekten beschränkt sich der Soft Skill Input an den Hochschulen hierzulande jedoch vorerst auf das Angebot von Workshops.

Die Goethe-Universität in Frankfurt bietet als Vorreiter z.B. eine Vielzahl spezieller Bewerbungs-Workshops (http://www.softskills.uni-frankfurt.de/) für ihre Studenten an. Dort lernt der geneigte Studierende jedoch nicht etwa Fachseminare zu halten – nein, er lernt, wie er sich präsentieren kann: Rhetorik, Gestik, Mimik und deren Einsatz werden besprochen und vor allem live trainiert. Doch wozu das? Ganz einfach: diese sogenannten Soft Skills sind oft das, was im Bewerbungsgespräch den entscheidenden letzten Punkt einbringt. Denn wer sicher auftritt, seine Talente auch rhetorisch gut verkaufen kann und eine aufmerksame Mimik mitbringt, der wird als sympathischer und offener wahrgenommen. Wer für den Teil vor dem Gespräch Hilfe braucht, findet diese in Kursen über „Die schriftliche Bewerbung“ und auch für „Prüfungsstress und Lampenfieber“ gibt es Kurse, die weiter helfen.

Studierende fragen sich oft, ob die akademische Leistung eines Studienabschlusses denn nicht genug sei. Bei weitem gefehlt: viele Personaler beklagen, dass Uni-Absolventen häufig zwar das Fachwissen haben, aber dafür kaum soziale Kompetenzen wie Kommunikationsfähigkeit, Einfühlungsvermögen, Kreativität, Analysefähigkeit, gute Lern- und Arbeitstechniken, Leistungsbereitschaft, Flexibilität, Zuverlässigkeit und Selbständigkeit. Gerade hierauf kommt es allerdings im täglichen Miteinander an. Denn wer sich nicht gut ins Team integrieren kann, wird schneller wieder an die ‚frische Luft‘ gesetzt als ihm lieb ist.