Studienfinanzierung im Länder-Vergleich

Die Studiengebühren steigen weltweit an. Laut einer Studie haben Studenten in Deutschland am wenigsten Grund zur Klage in Sachen Studienfinanzierung…

Auf der ganzen Welt gehen Studierende auf die Straße, um gegen die hohen Kosten für ein Studium zu protestieren.  Sie können nur schwer einsehen, warum ausgerechnet sie für ihr Studium stärker zur Kasse gebeten werden, wo Generationen von Studenten vorher noch zu weitaus günstigeren Bedingungen studieren konnten.  Hintergrund ist der strenge Sparkurs in vielen Ländern, der die Hochschulen zu einem deutlich höheren Anteil an Eigenfinanzierung zwingt als noch vor wenigen Jahren. Staatliche  Investitionen in Bildung werden überall auf der Welt zurückgefahren, weil die Kassen schlichtweg leergefegt sind.

Aber die Studierenden trifft es nicht überall auf der Welt gleich stark. Denn, wie eine kanadische Studie(http://higheredstrategy.com/wp-content/uploads/2012/03/YIR2012.pdf) jetzt aufzeigt, fallen die Studienfinanzierungs-Angebote für Studierende ganz unterschiedlich aus und die Studierendenzahlen steigen immer noch weiter in die Höhe. Deutschland gehört gemäß der Studie klar zu den Ländern, in denen die Finanzierung eines Studiums vergleichbare ‚einfach‘ ist.  Denn die Bafög Sätze sind erhöht worden (wenn auch nur leicht), und es wurde einheitlich auf das Deutschland Stipendium umgestellt. Auch sind die Studiengebühren fast in allen Bundesländern wieder aufgehoben worden, während sie in anderen Ländern wie z.B. England oder Amerika kräftig steigen. In Südkorea wird ebenfalls weiter gesenkt. Mit einem nur leichten Anstieg der Studiengebühren ist auch im hippen Australien zu rechnen, ebenso wie in China, Südafrika und Frankreich.  Wer in einem dieser Länder studiert, kann sich also hinsichtlich der Studienfinanzierung durchaus zu den ‚Winners‘ zählen.

Für Studierende in anderen Ländern sieht es da deutlich schlechter aus. Vor allem Studierende in Amerika müssen sich zur Finanzierung ihres Studiums hoch verschulden. Die Studiengebühren steigen, gleichzeitig werden aber staatliche Subventionen gekürzt.  Ohne private Studienkredit geht es praktisch gar nicht. Studierende können hier froh sein, wenn sie ihre Studienkredite abgezahlt haben, bevor ihre eigenen Kinder aufs College gehen. Studierenden in England wird vor allem die drastische Erhöhung der Studiengebühren schwer zu schaffen machen. Auch in Singapur, Kanada und Chile ist der Preis für ein Studium im Vergleich sehr hoch.

Das  Studium im Ausland könnte aufgrund der hohen Kosten also an Attraktivität verlieren – vor allem dann, wenn es um die Einstiegschancen im jeweiligen Land auch nicht gut steht. Dabei sollten doch eigentlich dem Wunschstudium keine finanziellen Hürden im Wege stehen.  In der Beliebtheitsskale der Top Destinationen für ein Auslandsstudium dürfte sich also in nächster Zeit einiges verschieben. Während z.B. Länder wie die USA oder England unattraktiver werden, stehen Deutschland sogar gute ‚Aufstiegschancen‘ bevor.

Quelle:

http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,824583,00.html#spRedirectedFrom=www