Studie: Absolventen präferieren Traditions-Branchen für Jobstart

In Deutschland gibt es eine ganze Reihe erfolgreicher Internet-Unternehmen, die auch bei Young Professionals sehr beliebt sind. Als Arbeitgeber ist die Online-Branche bei Absolventen jedoch offenbar weit aus weniger begehrt als gedacht.

Das Marktforschungsinstitut TNS Infratest  hat kürzlich im Auftrag der Personalberatung Dwight Cribb und des Immobilienportals ImmobilienScout  eine Studie unter Absolventen von Universitäten und Fachhochschulen durchgeführt. Gesucht wurden die beliebtesten Arbeitgeber in Deutschland.

An den Ergebnissen lässt sich leicht ablesen, dass Online-Firmen keine Top Jobs für Absolventen zu bieten haben. Von den Studenten, die ein Studium der Wirtschaftswissenschaften beendet haben, verzichtet zum Beispiel rund die Hälfte bewusst auf eine Karriere bei einem solchen Arbeitgeber. Zu den wichtigsten Gründen zählen die Befürchtungen, dass man dort nicht viel lernen könne (56 Prozent der Befragten), keine gute Vorbereitung auf das Online-Umfeld durch das Studium (32 Prozent) und der rasche Wandel der Branche (27 Prozent). Besonders attraktive potenzielle Arbeitgeber für Young Professionals sind der Studie zufolge dagegen vor allem Autohersteller.

Allerdings beruht das schlechte Image, das Online-Firmen bei Young Professionals genießen, nicht unbedingt auf Tatsachen. Schließlich liegt das Wachstum der Beschäftigten in der Branche im Durchschnitt bei 7,85 Prozent pro Jahr, wie der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW)  betont. Das bedeutet, dass die Onlinebranche zu einem immer wichtigeren Wirtschaftszweig wird. Der Umsatz der Firmen in diesem Bereich wird dieses Jahr voraussichtlich bei rund 120 Milliarden Euro liegen.

An diesem Aufschwung haben bereits jetzt schon rund 390.000 Beschäftigte ihren Anteil. Auf dem Stellenmarkt sind neben Produktmanagern, IT-Experten oder Marketingprofis auch Jobs in Gebieten wie Controlling, Business Development oder Consulting zu finden.