Studie: Gehalt ist nicht alles für Absolventen

Mit einer Hochschulausbildung starten Young Professionals heute ins sichere Karriereglück.  Wie eine Studie zeigt, werden ihre Jobkriterien deutlich anspruchsvoller…

Hieß es in den letzten Jahren, dass Hochschulabsolventen vielfach direkt in die Arbeitslosigkeit gehen müßten, so haben neueste Studien bewiesen, dass sich für zielstrebige Studenten alles wieder zum Guten gewendet hat. Heute sind aber auch die Ansprüche gestiegen, denn in einem Land wie Deutschland können qualifizierte Absolventen insbesondere in den  MINT-Fächern sich nahezu sicher sein, dass ihre Karrierewünsche sich erfüllen. Fachkräfte sind in Deutschland gesucht wie selten zuvor,  besonders Ingenieure erwarten beste Karrierechancen. 2012 haben laut der aktuellen Absolventen Studie nur 14 Prozent der Studenten dieser Studienrichtung kurz vor dem Abschluss noch Angst um ihre berufliche Zukunft. Damit liegen sie gemäß den Ergebnissen des Berliner Forschungsinstituts trendence (http://www.trendence.com/)  sogar noch vor den Studierenden der Wirtschaftswissenschaften. In der Absolventen Studie haben rund 27%  der Befragten mit wirtschaftswissenschaftlichem Fachhintergrund Zukunftsängste.

Wer heute sein Studium mit einem Studienkredit finanzieren muss, der sucht sich in der Regel einen Studiengang aus mit besten Berufsaussichten. Doch die jungen Fachkräfte sind deutlich weniger bereit, für Arbeitsplätze mit überdurchschnittlichem Verdienst auch unzählige überdurchschnittliche Arbeitsstunden zu leisten. Stattdessen finden die Absolventen meistens eine gute Work-Life-Balance viel wichtiger. 40 Prozent der 14.000 Studenten, die man für die Absolventen Studie befragt hatte, verzichten sogar auf überhöhte Gehaltsvorstellungen, wenn der Arbeitgeber dafür mit schönen Sonderleistungen wie einer Firmenkreditkarte, dem Firmenhandy oder einem teuren Firmenwagen winkt.

Kurzum, fast die Hälfte aller Studenten weiß ganz genau, wie viel sie auf dem Arbeitsmarkt Wert sind, aber die heutigen Absolventen wissen auch genau, dass sie nicht direkt in eine 70 Stunden Woche starten wollen. Jetzt ist die 45 Stunden Woche das erstrebte Ziel. Absolventen der Wirtschaftswissenschaften wollen dafür ein Jahresgehalt von 43.000 Euro verdienen. Hat der gleiche Student in früheren Jahren für 42.000 Euro noch 47 Stunden gearbeitet, so kennen die heutigen Absolventen ihren Marktwert deutlich besser. Für das Recruiting von Hochschulabsolventen müssen Arbeitgeber zukünftig wohl ganz neue Anreize setzen, um sicherzustellen, dass junge Nachwuchskräfte für ihren Preis  auch die gewünschte Leistung erbringen.