Studien: Das Manager Speicherhirn

Zügige Entscheidungen – dafür werden Manager bezahlt. Deshalb vermeiden sie langes Grübeln, stattdessen nutzen sie den neuronalen Nervenspeicher, wie Hirnforscher herausgefunden haben.

Wer als Manager für die Führung von zahlreichen Mitarbeitern verantwortlich ist, muss Tag für Tag viele wichtige Entscheidungen treffen. Wie genau die Denkprozesse bei solchen Entscheidungen ablaufen, haben jetzt Experten vom Forschungszentrum Jülich gemeinsam mit Wirtschaftspsychologen und -soziologen der Universität Köln erforscht. Kurz zusammengefasst lautet das Ergebnis, dass bei Führungskräften vor allem ein Areal im Hirn aktiv ist, in dem auf der Basis von Erfahrungen schnell Lösungen gefunden werden können.

Manager müssen also nicht lange nachdenken, sondern entscheiden anhand eines Auswahlschemas automatisch. Wer weniger Führungsverantwortung trägt und deshalb seltener wichtige Entscheidungen fällen muss, erarbeitet die Lösung für komplexe Probleme hingegen eher schrittweise. Das ist nicht unbedingt schlechter, dauert aber in jedem Fall wesentlich länger. Im Experiment, das das Forscherteam dazu entwickelt hat, mussten die Testpersonen innerhalb von 22 Minuten insgesamt 540 Entscheidungen treffen. Mit der knappen Zeit wurde die Entscheidungsdichte simuliert, die bei Führungskräften recht häufig anzutreffen ist.

Während der gesamten Zeit wurde die Aktivität der verschiedenen Regionen des Gehirns von einem Magnetresonanztomographen (MRT) aufgezeichnet. In den Aufnahmen ließen sich dann die aktiven Stellen einfach identifizieren, und der Unterschied zwischen Managern und Untergebenen war deutlich. Bei den Managern war die Aktivität im Nucleus caudatus, dem sogenannten Schweifkern, besonders groß. In dieser Hirnregion wird vor allem kategorisiertes Wissen aufgebaut, um später dann automatisiert abgerufen zu werden.

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