Studenten im Schummelfieber?

Wenn prominente Politiker in der Dissertation abkupfern wird das verhöhnt. Im Unialltag scheint Schummeln aber Gang und Gebe  zu sein, wie eine Studie nun aufzeigt…

Bei mehr als Dreiviertel aller Abschlussarbeiten wird geschummelt. Ein schockierendes Studienergebnis. Die „Fairuse“-Studie ermittelte anhand einer Befragung unter Universitätsabgängern und Studenten, dass es auch diese nicht allzu genau nehmen mit dem Urheberrecht. Denn in den für viele Absolventen wichtigen Klausuren wählen etwa 79 % der Beteiligten nicht ausschließlich die eigenen Worte – sondern greifen auf das zurück, was vor ihnen schon veröffentlicht wurde. Allerdings sind derartige Plagiate oft nur auf wenige Sätze begrenzt. Ausmaße wie solche, die gegenwärtig in der Öffentlichkeit diskutiert werden, lassen sich dagegen nur sehr selten finden. Dennoch wirkt die Zahl an sich erschreckend. Zumal lediglich eine geringe Menge der schummelnden Studenten tatsächlich erwischt wird: So liegt die Quote der erkannten Abschreiber bei sehr geringen 6 % insgesamt.

Doch noch ein anderes Ergebnis ließ sich anhand der Studie erkennen. Sie ermittelte nicht alleine, wie viele Absolventen von den großen Vorbildern oder dem Banknachbarn plagiieren – sondern auch aus welcher Motivation heraus sie das tun. So wird häufig von solchen Studenten geschummelt, die in ihrem Fach ohnehin nicht sonderlich glücklich sind. Wer in seiner universitären Ausbildung dagegen Zufriedenheit erlangt, kupfert auch seltener einmal ab. Zudem ist das Abschreiben keinesfalls gesellschaftlich anerkannt und gehört somit natürlich auch nicht zum guten Ton der Studenten. Auch wenn es die Zahl der Vorfälle nicht vermuten lässt, die Ächtung eines solchen Vorgehens besteht nach wie vor. Diese Erkenntnis ist allerdings nicht neu – manch ein Politiker kann davon sicherlich ein Liedchen singen.