US-Studenten im Wahlkampf-Fieber

Obwohl viele US- Studierende unter dem harten Sparkurs der Regierung leiden, geben sie den Sommer über alles für den Wahlkampf von Obama oder Romney.

Gerade erst hat die Regierung die Subventionen für staatliche Studienkredite weiter gekürzt. Für Master Studierende haben sich seit 1. Juli  2012 die Zinsen für Studienkredite verdoppelt. Undergraduates werden noch 1 Jahr länger verschont, müssen aber schon heute während der Karenzzeit Zinsen zahlen. Absolventen sind hoch verschuldet und können aufgrund der schlechten Jobchancen kaum ihre Verbindlichkeiten aus Studienkrediten tilgen. Dauernd sorgen die USA mit neuen Verschuldungsrekorden unter Studierenden für Schlagzeilen. Dennoch engagiert sich eine Vielzahl von Studierenden derzeit in den Präsidentschaftswahlen. Den ganzen Sommer über wollen sie aktiv für ihren Favoriten werben und die Stimmen ihrer Kommilitonen gewinnen.  Ihr Beitrag reicht von der Organisation gezielter Wahlkampf Events an ihrer Hochschule bis zur Moderation von Facebook und Twitter Accounts oder der Mobilisierung von freiwilligen Helfern. Dies passiert natürlich nicht rein zufällig oder weil den Studierenden langweilig wäre. Vielmehr haben die Politiker längst das Potenzial der Studierenden als Wähler erkannt. Vor allem der amtierende Präsident Obama sieht seine Hauptzielgruppe in jungen, gebildeten Mitbürgern.  So setzt er sich u.a. für eine Reduktion der Rückzahlungsdauer und der maximalen Rückzahlungshöhe ein. Ob dies den  Studierenden und Absolventen ihre Existenzängste nehmen wird, bleibt abzuwarten. Momentan sind die Studierenden jedenfalls eher frustriert, dass die Reformen so lange dauern. Der studentische Präsidenten-Support ist dennoch optimistisch und sieht gute Chancen, sich mit der Wahlkampfunterstützung aktiv in die Politik des Landes einbringen zu können. Abgesehen von den politischen Jugendorganisationen kann unsere Bundeskanzlerin von einer derartigen Unterstützung junger Menschen wohl nur träumen. In Amerika ticken die Uhren eben doch ganz anders.