Fünf Regeln für ein faires Praktikum

Praktika sind für Studierende wie Absolventen ein wichtiges Sprungbrett für den Berufseinstieg. Nicht selten fühlen sich die Praktikanten jedoch ausgenutzt und unterbezahlt. Das Gütesiegel ‚Fair Company’ will dies mit klaren Praktikumsregeln ändern…

Wer im nächsten Sommer ein Praktikum absolvieren will, sollte sich schon jetzt an die Bewerbungen setzen. Denn ein Praktikum, in dem man sich wirklich mit seinem Fachwissen einbringen kann, den Freiraum erhält, die eigenen Kenntnisse sinnvoll zu erweitern und auch noch gut verdient, ist nicht leicht zu kriegen. Das Handelsblatt hat vor dem Hintergrund der vielen negativen Erfahrungen der ‚Generation Praktikum‘ die Initiative ‚Fair Company‘ ins Leben gerufen. Deren Mitgliedsunternehmen stehen für besonders faire Praktikumsbedingungen hinsichtlich Arbeitsbelastung und Bezahlung. Die Initiative will sich mit dem Gütesiegel für mehr Ethik in der Arbeitswelt einsetzen und verpflichtet seine Mitglieder, bei der Praktikumsvergabe bestimmte Regeln für ein faires Praktikum einzuhalten. Die Fair Company Unternehmen 2010 legen z.B. besonderes Augenmerk darauf, dass Praktika vor allem Studenten zur Orientierung für den Berufseinstieg vorbehalten bleiben und nicht an Absolventen vergeben werden. Praktikanten sollen auch keine Festangestellten ersetzen, sondern projektbasiert konkrete Teilaufgaben übernehmen und Praxiserfahrungen sammeln. Absolventen, die sich auf eine Festanstellung beworben haben, werden hier nicht mit einem (Vor-)Praktikum als Beweis für den gegenseitigen Fit abgespeist, um Zeit zu schinden. Insgesamt soll möglichst offen mit den Praktikanten umgegangen werden. Sieht das Unternehmen nicht mehr und nicht weniger als die Absolvierung des Praktikums, so soll auch keine (falsche)Hoffnung auf eine Übernahme geweckt werden. Die Höhe des Praktikumsgehalts richtet sich schließlich ganz nach Art und Umfang der Aufgabenstellung sowie der Praktikumsdauer. Bei einem mehrmonatigen Praktikum wird z.B. ein Gehalt von mindestens 300€ monatlich als Untergrenze angesetzt.

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