Praktikanten Rechte

Durch die Bologna-Reform bleibt zwar nur wenig Zeit für Praktika, dennoch bemühen sich viele Studierende um Praxiseinblicke, teilweise sogar erst nach dem Bachelor Abschluss.  Oft wissen sie dabei nur wenig über ihre Praktikanten Rechte.

Auch wenn man froh sein kann, einen Praktikumsplatz ergattert zu haben, der zu den eigenen zeitlichen Restriktionen passt und halbwegs anspruchsvoll klingt, gibt es keinen Grund sich als letztes Glied in der Kette des Arbeitgebers zu sehen. Denn auch Praktikanten haben ihre Rechte und Anspruch auf ein faires Miteinander. Die wichtigsten Facts haben wir in einer kurzen Übersicht zusammengefasst.

Die Vergütung
Pflichtpraktika müssen nicht bezahlt werden, anders verhält es sich mit freiwilligen Praktika: Hier besteht eine Vergütungspflicht. Allerdings liegt die Höhe der Bezahlung im Ermessen der Arbeitgeber. Eine Ausnahme besteht nur, sollte es in der Branche einen Tarifvertrag geben, der die Praktikanten explizit berücksichtigt. In diesem Fall gilt die dort genannte Summe.

Die maximale Arbeitszeit
Überstunden sind eine alltägliche Erfahrung für viele Praktikanten, doch diese haben vor Praktikumsbeginn ein Anrecht darauf, ihre wöchentliche Arbeitszeit zu erfahren und können Überstunden dementsprechend abfeiern. Jugendliche, die nicht mehr schulpflichtig sind (15 bis 18 Jahre) dürfen maximal 40 Stunden die Woche und höchstens acht Stunden am Tag arbeiten. Für noch jüngere Praktikanten liegen die Grenzwerte bei 35 und sieben Stunden.

Urlaubsansprüche
Pflichtpraktikanten haben keinen Anspruch auf Urlaub. Freiwilligen Praktikanten stehen hingegen 24 Tage im Jahr (also zwei Tage pro Monat Praktikum) zu. Unter 18-Jährige erhalten einen weiteren Tag und unter 16-Jährige haben sogar einen jährlichen Anspruch von 30 Tagen. Krankheitstage müssen bei freiwilligen Praktikanten nicht angehangen oder über Urlaub ausgeglichen werden.

Das Recht auf ein Zeugnis
Alle Praktikanten haben Anrecht auf ein Zeugnis. Bei freiwilligen Praktikanten muss dieses eine Einschätzung der Qualität des geleisteten Arbeit enthalten, wohingegen bei einem Pflichtpraktikum eine bloße Teilnahme-Bescheinigung ausreicht. Auch Pflichtpraktikanten sollten allerdings versuchen, ein „bewertendes“ Zeugnis zu erhalten, weil ihnen dies auf ihrem weiteren Weg mehr nützt.

Das Recht zur Kündigung
Das Kündigungsrecht ist im Fall von Praktikanten einer bloßer Gummiparagraph, weil es zwar theoretisch gewisse Fristen gibt, die eingehalten werden müssen, praktisch der Praktikant aber sofort kündigen kann, denn da seine Arbeitskraft laut Gesetz für das Funktionieren eines Betriebs nicht benötigt werden darf, entstehen diesem keine Schwierigkeiten, wenn der Praktikant sofort geht. Das Anrecht auf das Zeugnis für die geleistete Zeit besteht fort.

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