Zufriedenheit in der Generation Praktikum

Praktikanten sind offenbar doch zufriedener mit ihren Praxiserfahrungen als gedacht. Die Generation Praktikum packt im Praktikantenreport 2012 aus, wo sich ein Praktikum lohnt…

Der Praktikantenreport 2012 des Portals meinPraktikum.de untersucht über 5.500 Praktika-Bewertungen auf Aspekte der Zufriedenheit mit den Arbeitgebern wie den Aufgabenstellungen und Projekte während der Praktikumszeit.  Die Generation Praktikum äußerte sich bisher eher kritisch im Hinblick auf die gesammelten Praktikums-Erfahrungen während und nach dem Studium. Doch die Ergebnisse der Studie verblüffen: die derzeitigen Praktikanten sind weitgehend zufrieden mit ihrem Praktikumsplatz. Am Verdienst für die kurzen Arbeitsperioden hapert es jedoch noch – rund 40% werden gar nicht entlohnt.

Die ausgewerteten 3.800 Unternehmen in 1.300 Städten ließen genug Datenmaterial zusammen kommen, um bei 65% der Teilnehmer eine hohe Zufriedenheit festzustellen. Allerdings sind die Unterschiede groß, wenn man die einzelnen Branchen betrachtet: so sind der öffentliche Sektor oder die Gastronomie sowohl unterbezahlt als auch dementsprechend unbeliebt bei Praktikanten. Rund die Hälfte der hier befragten  Studierenden gaben ein sehr negatives Urteil über ihren Praktikumsplatz ab. In Branchen wie Internet/Multimedia, Unternehmensberatung oder der Konsumgüterindustrie tummeln sich hingegen die Spitzenverdiener unter den Praktikanten mit bis zu 1.000 EUR pro Monat und der höchsten Zufriedenheit: 80% waren hier sehr zufrieden mit der Praktikums-Stelle. Interessant sind auch die Charakteristika eines Prototypen von Praktikanten in Deutschland: Für sein Studium absolviert er ein Praktikum in der Produktion oder Fertigung.  Der beliebteste Ort fürs Praktikum ist dabei offenbar Berlin, dessen Day- und Nightlife durchschnittlich für 10 Wochen genossen wird. Die Arbeitszeit ist mit knapp 8 Stunden ziemlich human; dafür erhält der Durchschnitts-Praktikant aber auch nur eine Entlohnung von 290 Euro im Monat.  Wer seine Finanzreserven deutlich mehr auffüllen will, muß sich wohl oder übel auf längere Arbeitszeiten einrichten.

Doch auch für Praktikanten ist Geld nicht alles. Auch die Qualität der Aufgaben, die dem Praktikanten übertragen werden, beeinflusste den Punktestand und damit die positive Bewertung. Je mehr Verantwortung übertragen wurde, desto interessanter und besser wurde der Kurzzeit-Job eingestuft. Verantwortung wird jedoch nur dann übertragen, wenn ein Praktikum auch entsprechend lange dauert. In einem 3-wöchigen Praktikum fällt der  Einbezug natürlich deutlich geringer aus. Man kann nur mit weniger anspruchsvollen Aufgaben rechnen.  Erstreckt sich das Praktikum über die gesamten Semesterferien oder legt man gleich ein ganzes Praxissemester ein,  erhöhen sich die Chancen auf ein eigenständig zu bearbeitendes Projekt natürlich automatisch.

Trotzdem ist jedes Praktikum eine wertvolle Erfahrung. Und passt es finanziell und zeitlich, sollte der geneigte Student zugreifen, auch wenn durch Prüfungen kein kompletter Semesterferienjob drin ist!