Studienfinanzierung: Regional-Stipendium für Mediziner

Vor allem im ländlichen Raum werden immer mehr Hausarzt-Praxen aus Altersgründen geschlossen. Jungen Ärzten erscheint die Übernahme solcher Praxen offenbar nicht sonderlich attraktiv. Besonders dann nicht, wenn interessantere Arbeitsangebote im Ausland locken. Seit einiger Zeit versucht man daher, Studenten im Fach Medizin mit Hilfe eines gewährten Stipendiums schon frühzeitig für die Niederlassung in einer bestimmten Region zu gewinnen. In Thüringen werden solche Stipendien beispielsweise schon seit 2009 von der Stiftung zur Förderung der ambulanten Versorgung vergeben. Die derzeit 41 Stipendiaten erhalten über maximal 5 Jahre hinweg eine monatliche finanzielle Unterstützung von 250 Euro. Im Gegenzug müssen sie sich jedoch schon vergleichsweise früh auf die Niederlassung in einer bestimmten Region festlegen. In diesem Fall auf die Übernahme oder den Aufbau einer Praxis in Thüringen. In den medizinisch unterversorgten Orten muß dann mindestens vier Jahre praktiziert werden. Neben angehenden Hausärzten sollen nun auch Fachärzte gefördert werden. Studierende mit Schwerpunkt in der Augenmedizin oder der Dermatologie haben gute Aussichten, schon bald in das Stipendien-Programm aufgenommen zu werden. Auch Weiterbildungen in diesen Fachbereichen werden bereits finanziell unterstützt.

In Baden-Württemberg erhalten Medizin-Studenten einen Zuschuss zu ihren Lebenshaltungskosten, wenn sie das PJ (Praktisches Jahr) in einer Praxis auf dem Land absolvieren. Hier werden über bis zu 3 Jahre hinweg 500 Euro pro Monat als Stipendium vom Land Baden-Württemberg gezahlt.