Studienfinanzierung: Mietwahnsinn in Studentenstädten

Die Wohnkosten steigen in vielen Studentenstädten weiter an, mit wenigen Ausnahmen. Brauchen Studenten bald schon allein für die Miete einen Studienkredit?

Trotz einer Vielzahl neuer Wohnobjekte bleibt das Wohnungsangebot in vielen deutschen Großstädten knapp. Dies spiegelt auch der neue Immobilien Report 2012 von Immobilienscout24.de wieder. Ganz spurlos werden die hohen Mietpreise auch an den Studierenden nicht vorbei gehen. Denn einige der teuersten Metropolen Deutschlands sind zugleich auch Wunschort vieler Studierender. Für 2011 schießt natürlich München mal wieder mit einem Preis von 12,98 Euro/m² den Vogel ab – Kaltmiete versteht sich. Oberhalb der 10 Euro Schmerzgrenze liegen auch Frankfurt am Main, Stuttgart und Hamburg. Im Mittelfeld tummeln sich Karlsruhe, Münster und Darmstadt mit Mietpreisen von um die 9 Euro pro Quadratmeter. Wesentlich günstiger lebt es sich dann schon in weiteren Hochburgen u.a. für die MINT-Studienfächer wie Aachen, Göttingen, Dresden oder Berlin, die ebenfalls mit renommierten Hochschulen aufwarten.  Hier zahlte man in 2011 zwischen 6, 50 und 7,60 Euro pro m². Sobald der neue Berliner Flughafen dann endlich in Betrieb geht, könnte Berlin aber schnell ausscheren. Schon heute eignet sich nicht mehr jeder Berliner Kietz für den studentischen Geldbeutel. Viele Studierende müssen, genau wie in anderen boomenden Großstädten,  weiter an den Stadtrand oder in die Vororte ziehen. Lange Wegezeiten sind aber unattraktiv im Unialltag und vor allem für gemeinsame Freizeitaktivitäten.

Manch ein Studienanfänger twittert da schon einmal seinen Wunsch nach einer Hochschule im westfälischen Höxter. Hier betragen die Mietkosten mit 4,19 Euro gerade mal gut ein Drittel von den in München aufgerufenen Mietpreisen. Derzeitiger Schnäppchen-Favorit unter den tatsächlichen Studentenstädten ist allerdings wohl eher Leipzig, wo man noch ganz passabel für 5 Euro pro Quadratmeter unterkommt. Wer günstig studieren will, sollte sich aber nicht nur von den Top-Städten fernhalten. Auch Studentenhochburgen wie Freiburg, Bamberg oder Regensburg sind stark im Aufschwung und könnten bald wesentlich teurer für Studierende werden.

Für den Bachelor eher eine Mittelstadt auszuwählen, könnte eine gute Strategie in Sachen adäquat Wohnen sein. Hier ist der Run auf das Wohnangebot nicht so hoch, WG Speed-Dating und sonstige Tüfteleien entfallen also, und man kriegt auch eine halbwegs ordentliche Wohn- bzw. Lernumgebung fürs Geld.