Deutschlands Forscher-Städte

Studienabsolventen entscheiden sich immer häufiger für eine Laufbahn in der Forschung. Junge Wissenschaftler haben in Deutschland aber nicht überall gleich gute Forschungsbedingungen, wie eine neue Studie zeigt…

Trotz Plagiatsaffäre mit allen negativen Folgen für den Ruf des Doktortitels werden auch weiterhin viele Absolventen eine Promotion anstreben und sich gegebenenfalls sogar ganz auf eine Karriere in der Wissenschaft ausrichten. Die Bedingungen für junge Wissenschaftlicher sind in Deutschland zwar insgesamt besser geworden, jedoch nicht in jeder Region gleich gut. Eine neue Studie des Centrum für Hochschulentwicklung kurz CHE (www.che-consult.de) hat die drei forschungsfreundlichsten Regionen Ruhrgebiet, München und Berlin auf ihre Tauglichkeit als international wettbewerbsfähige wissenschaftliche Metropolregion untersucht. Das Ruhrgebiet schneidet dabei deutlich schlechter ab als die anderen beiden Metropolen, ist aber auf Aufholkurs. Berlin und München glänzen vor allem mit einer deutlich größeren Anzahl an außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Berlin kann dabei mit 46 mehr als doppelt so viele Einrichtungen vorweisen wie München mit immer hin noch 21 Instituten. Das Ruhrgebiet zählt gerade mal 12 Einrichtungen. Auch scheint die Betreuung in München und Berlin intensiver auszufallen. Während hier nur 50 Studierende einem Professor zugeteilt werden, sind es im Ruhrgebiet 65. Hinsichtlich der Spitzenstellung der gelehrten Fächer liegt vor allem München weit vorne. 88% der an Münchner Hochschulen gelehrten Fächer zählen zur deutschen Spitzenforschung. In Berlin sind es mit nur 44% deutlich weniger; das Ruhrgebiet liegt mit 22% auf dem dritten Rang. Die Lehre wird hingegen von Studierenden aus dem Ruhrgebiet trotz des schlechteren Betreuungsschlüssels nicht schlechter bewertet als von Studierenden in den anderen beiden auf die Forschung besser ausgerichteten Regionen. Das Ruhrgebiet verspricht also für die Zukunft viel Potential, die dritte wichtige international anerkannte Forschungshochburg in Deutschland zu werden.