Dr. oder PH.D? Abschlüsse unter der Lupe

Das Studium ist zu Ende, aber aufhören will man nicht. Und außerdem ist man gut in der Sache, die man da die letzten paar Jahre gemeistert hat. Warum also nicht promovieren?

Allerdings ist es zunehmend komplizierter, in Deutschland die Doktorwürde zu erlangen: die Noten reichen nicht aus, das Thema ist nicht greifbar, kein Dozent will betreuen und am Ende fehlt das Geld. Wenn diese Hürden genommen sind, dann berichten Doktoranden von mangelnder Betreuung, zu viel Arbeit am Lehrstuhl und zu wenig Raum für Forschung. Bis zu sechs Jahre müssen dann oft auch noch all diese Bedingungen ausgehalten werden.

Da ist es nicht verwunderlich, dass ein Großteil der Studenten mittlerweile abwandert: ins Ausland, Richtung PH.D. Der philosophiae doctor, der englischsprachige Doktorgrad, bietet geschundenen Akademikerseelen Balsam. Der Doktorand ist nicht nur von einem Dozenten abhängig und wird oft besser betreut. Während deutsche Doktoranden oft lange auf Emailantworten warten müssen, sind PH.D Studierende rundum betreut und auf Augenhöhe mit ihrem Dozenten. Auch übermäßig viele Aufträge von Professorenseite oder zwingende Mithilfe am Lehrstuhl entfallen in englischsprachigen Ländern. Der Student kann wahlweise lehren, sich aber auch nur auf die Forschung konzentrieren.

Unschlagbar ist auch der Zeitaufwand: drei bis vier Jahre kontra sechs Jahre in Deutschland – das bedeutet nicht zuletzt eine große Geldersparnis.

Der PH.D ist weiterhin in Deutschland noch eine Rarität und verschafft so auf dem Arbeitsmarkt Vorteile. Überhaupt, an die Zukunft denken ist bei dieser Entscheidung wichtig: wer in die Forschung will, ist mit dem fokussierteren PH.D unter Umständen besser bedient als mit dem deutschen Doktor.

Es gelüstet also nach akademischem Aufstieg? Nichts wie raus aus Deutschland – frische Luft um die Nase und eine exzellenter Abschluss als Ziel. Wenn das nicht gute Aussichten sind…