EU-Kommission pusht Industrie-Promotion

Trotz der Plagiatsaffären der letzten Zeit ist das Interesse an einer Promotion unter Studierenden weiterhin sehr hoch. Zur engeren Bindung von Wissenschaft und Wirtschaft, will die EU-Kommission  nun die berufsbegleitende Promotion institutionalisieren….

Viele Promovenden tun sich schwer, ihre Promotion auch wirklich zu beenden und anschließend eine adäquate Aufgabenstellung in der Wirtschaft oder Forschung zu finden. Dem dänischen Erfolgsmodell folgend, sollen ab dem Wintersemester 2011/12 EU weit die ersten Interessenten den Abschluß European Industrial Phd. verfolgen bzw. testen. Für das Pilotprojekt stellt die EU rund 20 Mio. Euro zur Verfügung.  Die neue Industriepromotion wird berufsbegleitend absolviert, so dass von Anfang an eine praxisnahe Forschung sichergestellt ist. Gleichzeitig binden sich die Nachwuchsführungskräfte schon während der Promotion an ein Unternehmen. Dies erhöht die Chance auf eine Beschäftigung auch nach Abschluss der Promotion. In wie weit eine berufsbegleitende Promotion auch in die Tiefe gehen kann, bleibt jedoch fraglich, da neben dem Job nicht so viel Zeit bleibt wie für eine Promotion in Vollzeit. Auch besteht oftmals nur wenig Spielraum für die Festlegung des Promotionsthemas- Unternehmen wollen hier in jedem Fall mitreden. Wohlmöglich ist die Industriepromotion also eher etwas für diejenigen Absolventen, denen es für den nächsten Karriereschritt primär um die Erlangung des Doktortitels geht, weniger um einen Beitrag zur Wissenschaft. Für eine wissenschaftliche Laufbahn haben deutsche Professoren jedenfalls viele Vorbehalte. Ihnen wäre es lieber, wenn die EU die Bedingungen für die Nutzung von EU-Forschungsgeldern für Promovenden vereinfachen würde, statt einen neuen Abschluss zu etablieren.