Kostenlos studieren – das Internet macht’s möglich

Ein lange gehegter Traum der Menschheit könnte in Erfüllung gehen: kostenlose Bildung für jedermann und an jedem Ort zugänglich. Eine neue Lernplattform will dieses Ziel nun erreichen.

Udacity geht an den Start
Kürzlich öffnete eine neue Online-Plattform ihre Tore: Das von zwei Universitätsprofessoren geleitete Portal Udacity betreute direkt in der ersten Vorlesung nahezu 60.000 Teilnehmer. Jeder der Studenten saß daheim an seinem Computer. Und doch war die Materie so aufbereitet, dass sie sich an jeden von ihnen persönlich zu richten schien. Mittels Fragen, zu denen Antworten angeklickt werden konnten, nahm die Unterrichtsstunde einen persönlichen, beinahe individuellen Verlauf. Zwischen den Professoren und den Studenten befindet sich ein Roboter an der Schnittstelle: Hal wertet die Antworten aus und quittiert sie gegebenenfalls mit einem Lob. Am Ende eines Semesters sind zudem Prüfungen möglich, die mit einem Zertifikat bestätigt werden können. Geht das allseits bekannte Studium nun also einen neuen Weg – wird das E-Learning populär?

Die Konkurrenz wächst – die Kritik auch
Die Idee von Udacity scheint revolutionär. Gerade da sie ohne Gebühren auskommt. Zudem wird keinerlei Vorwissen oder ein bestimmter Schulabschluss verlangt. Bildung kostenlos für jedermann? Die Finanzierung ist dennoch gewährleistet: Für jeden Absolventen, den die Betreiber des Portals an einen Arbeitgeber vermitteln, beziehen sie eine Provision. Gelingt das bei nur jedem 50. Teilnehmer, hat sich der Aufwand wirtschaftlich gelohnt. Doch kaum ging das Portal online, da werkelten eifrige Konkurrenten bereits an ähnlichen Angeboten. Aber auch die Kritik wächst. Studentenverbände bezweifeln, dass in diesem Weg die Zukunft liegt. Dem Lernenden würde ein perfektes Zeitmanagement abverlangt. Er selbst müsse Lösungen finden, den Druck zu bewältigen und effizient lernen zu können. Somit wird sich zeigen, ob Udacity und seine Mitstreiter in Zukunft das Bildungswesen revolutionieren.