Multitasking doch nicht so clever

Während der e-Vorlesung zu hause Emails schreiben, im Internet surfen und zwischen durch kurz nochmal Telefonieren – das schaffen meist nur Frauen. Beneidenswert ist diese Fähigkeit jedoch dennoch nicht wie eine neue Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in Dortmund zeigt…

Demnach kommt es beim „Multitasking“ darauf an, ob es eine einfache, quasi „automatisierte“ Tätigkeit ist, die parallel zu einer weiteren Aufgabe bearbeitet wird: z.B. Bügeln, während man Musik hört, oder hören und gleichzeitig etwas sehen. Diese monotonen bzw. einfachen Dinge erfordern quasi keine Hirnleistung und können daher parallel bewältigt werden. Mitunter kann bei einer monotonen Aufgabe die Leistung sogar gesteigert werden, wenn eine andere Aufgabe hinzukommt – weil diese andere Aufgabe einen Impuls an die Aufmerksamkeit sendet.

Das sieht aber vollkommen anders aus bei komplexen Denkvorgängen wie etwa dem Hören einer Vorlesung bei gleichzeitigem Surfen im Internet oder dem Bearbeiten eines komplexen Zahlenwerks während man sich mit einem Kollegen unterhält. Dabei kommt es nämlich im Gehirn immer wieder zu Unterbrechungen der einen zu Gunsten der jeweils anderen Aufgabe. Das Gehirn kann die entsprechenden Reize und Reaktionen aber nicht immer ausreichend schnell verarbeiten. Dadurch kann die Qualität der Bearbeitung der Aufgabe sinken (z.B. werden unsinnige oder flache Aussagen während des Telefonats zurückgegeben, weil die Aufmerksamkeit gerade noch bei der gleichzeitig betrachteten Internetseite ist).

In jedem Fall bedeutet derlei „Multitasking“ aus der Sicht der Gehirnforscher ganz klar Stress für denjenigen, der sich dem aussetzt. Multitasking kann sogar mittelfristig die Stimmung trüben, zu Irritationen führen und die Gesundheit beeinträchtigen. Und das soll clever sein…?