Social Learning: Leipziger Studenteninitiative ‚Vorleseladen‘

Möglichkeiten, sich neben dem Studium sozial zu engagieren, gibt es viele. Eine davon ist die Initiative ‚Vorleseladen‘ der evangelischen Studentengemeinde Leipzig, die sich um Kinder aus sozial schwächeren Vierteln der Stadt kümmert…

Wissen ist Macht und der Zugang zu Wissen liegt im Lesen – dieser Leitspruch ist die Basis des Projektes „Der VorleseLaden“ in Leipzig: In sozial schwächeren Vierteln der Stadt werden hier an mehreren Tagen in der Woche Kindern Märchen und Geschichten vorgelesen.

Schon Albert Bandura, ein kanadischer Psychologe, entdeckte in den 1960er Jahren, dass Menschen durch Imitation lernen: Vorbilder werden beobachtet und nachgeahmt, wodurch Gewohnheiten entstehen. Diesen Mechanismus macht sich die evangelische Studentengemeinde Leipzig zunutze: durch regelmäßiges Vorlesen schulen sie in kleinen, gemütlich eingerichteten VorleseLäden die Aufmerksamkeit und Fantasie von Kindern aus sozial benachteiligten Familien. 20 Studenten kümmern sich an unterschiedlichen Tagen in mittlerweile zwei VorleseLäden ehrenamtlich um die Koordination und die Organisation der Lesenachmittage. Neben dem Vorlesen steht genauso auch Basteln oder das Vorlesen durch die Kinder selbst auf dem Programm. Man braucht also als Studierender keine großartigen Vorkenntnisse, um sich einbringen zu können. Spaß an der Arbeit mit Kindern und ein bisschen Zeit für sie sind das Wesentliche. Sicher läßt sich auch in anderen Städten nach dem Leipziger Vorbild etwas für die Lesebegeisterung von sozial benachteiligten Kindern aus bildungsfernen Familien und damit die Bereitschaft, sich neues Wissen anzueignen, tun. Vielleicht wird damit ja sogar ein Grundstein für ein mögliches späteres Studium dieser Kinder gelegt. Dies wäre doch ein großartiger Beitrag für unsere Gesellschaft.