Studienkredite: Studenten hoch verschuldet

Die Studienfinanzierung ist auch anderenorts ein heikles Thema, längst nicht nur bei uns in Deutschland. Gemäß einer Studie ist bei unseren Nachbarn in den Niederlanden die Zahl der vergebenen Studienkredite zwischen 2003 und 2009 um 40.000 Kredite angestiegen. Schlimmer noch, auch die durchschnittliche Verschuldung pro Student hat sich erhöht. Nach dem Studium starteten Absolventen schon in 2009 im Durchschnitt mit 12.500 Euro Schulden ins Berufsleben. Heute dürfte der Schuldenstand sogar noch höher liegen. Einer der Hauptgründe für die Not der Studierenden ist offenbar der drastische Sparkurs der niederländischen Regierung, welcher auch am Bildungsetat nicht vorüberzieht. Und gerade hier stehen auch noch weitere Einschränkungen an. Denn in naher Zukunft soll die mit dem BaföG vergleichbare Studienbeihilfe für das Master-Studium abgeschafft werden. Studierende sollen ihr Master-Studium dann über ein komplett zurückzuzahlendes Darlehen finanzieren und nicht mehr in Teilen auf Kosten der Steuerzahler. Während die Studierenden sich eher mit den durch die aufgenommenen Kredite entstehenden Verbindlichkeiten überfordert fühlen, beleuchten Politiker lieber die Vorteile. Studierende werden so nämlich in der breiten Masse angehalten, die Studienwahl ernster zu nehmen und ihr Studium besser zeitlich wie finanziell durchzuplanen.

In den Niederlanden sind die Sparmaßnahmen im Bildungssektor schon etwas weiter vorangeschritten als in Deutschland. Dort wird den Studierenden und ihren Eltern schon seit geraumer Zeit Stück für Stück die finanzielle Unterstützung vom Staat für die Studienfinanzierung entzogen, weil diese nicht mehr finanzierbar ist. Auch in Deutschland werden Sparmaßnahmen auf Studierende zukommen, selbst wenn momentan noch mit Deutschland Stipendium & Co. geworben wird.

http://www.uni-muenster.de/NiederlandeNet/aktuelles/archiv/2011/juni/0621studie.html