Studie: Arbeits-Phänomen Montagsblues

Montags schlecht drauf, ab Donnerstag schon im Wochenendfieber:  Drückt die Arbeit wirklich so stark auf die Stimmung? Eine Studie zeigt, dass vor allem Berufseinsteiger den Montagsblues empfinden und zeigt die Gründe dafür auf…

Rund 340.000 abhängig Beschäftigte wurden in einer Studie zu ihrer Gefühlslage und zu ihrer Stimmung im Verlauf der Woche befragt. Von Young Professionals über langjährig Beschäftigte bis hin zu Rentnern erfasst die Untersuchung einen breiten Querschnitt der arbeitenden Bevölkerung. Das Ergebnis ist eindeutig und in mehrerlei Hinsicht zugleich auch überraschend:

Zunächst gibt es tendenziell keinen großen Unterschied zwischen Hochschulabsolventen, die ihr Studium gerade abgeschlossen hab, und routinierten erfahrenen Arbeitnehmern, die seit Jahrzehnten im Berufsleben stehen. Bei allen zeichnet sich das Wochenende durch ein ausgeprägtes Stimmungshoch aus. Oftmals wird schon der Freitag als letzter Arbeitstag der Woche von diesem Hoch beeinflusst. Der Montag dagegen, dem der berüchtigte “Montagsblues” nachgesagt wird, unterscheidet sich eigentlich gar nicht signifikant von den anderen Arbeitstagen. Sein schlechter Ruf ist wohl viel mehr darauf zurückzuführen, dass er nach einem als angenehm empfundenen Wochenende am Anfang der Arbeitswoche steht. Die einzige Gruppe, bei der kein Zusammenhang zwischen der Gefühlslage und dem Wochentag besteht, sind die Rentner. Dies zeigt, dass für die schlechte Stimmung während der Woche der Arbeitsalltag verantwortlich ist.

Überraschend ist die unterschiedliche Stärke des Stimmungswechsels bei verschiedenen Altersgruppen: Das Stimmungsbarometer schlägt gerade bei jungen Berufseinsteigern, die noch an ihrer Karriere arbeiten, deutlich stärker als bei älteren Arbeitnehmern aus. Es ist anzunehmen, dass es den Young Professionals noch an Routine und Street Cleverness im Arbeitsleben mangelt. Aufgrund der hohen Anspannung unter der Woche  wird ggf. vielleicht auch der Unterschied zwischen  freiem Wochenende und den Arbeitstagen von ihnen besonders stark wahrgenommen. Zudem stehen sie vermutlich viel Stärker unter dem Druck, Karriere machen zu wollen oder müssen.  Den “blauen Montag” gibt es nach den Ergebnissen der Studie jedenfalls nicht wirklich, wohl aber die Vorfreude am Freitag auf das anstehende freie Wochenende.