Studie: Bachelor doch nicht so arbeitsaufwendig

Zu großer Stoffumfang, schlechte Jobeinstiegschancen, zu wenig Master-Studienplätze. Das Bachelor Studium steht weiter in der Kritik. Eine neue Studie zeigt nun, dass es Bachelor-Studierenden offenbar doch  nicht so schlecht geht wie angenommen…

Gemäß einer Studie der Universität Hamburg beträgt die wöchentliche Arbeitszeit von Bachelor-Studierenden gerade einmal 26 Stunden. Studierende verschiedenster Hochschulen und Studiengänge hatten für diese Erhebung über einen bestimmten Zeitraum genau protokolliert, wie viel Zeit sie täglich womit verbringen –vom Kochen über Facebook und Emails bis hin zum aktiven Lernen. Das geringe Stundenkontingent für den Bereich ‚Lernen‘ war doch recht überraschend für die Mehrzahl der Studienteilnehmer, da sie ihren Tag an der Hochschule eher als stressig und lernintensiv empfinden. Dies ist offensichtlich jedoch eher auf schlecht koordinierte Stundenpläne mit zu vielen einzelnen Freistunden zurückzuführen als auf den Lernaufwand an sich. Vorlesungsfreie Zeiten wie Freistunden und Nachmittage werde zudem zu ineffizient für das Lernen genutzt. Stattdessen türmt sich alles bis zur Prüfungsvorbereitung auf, so dass dann der wöchentliche Lernaufwand schnell die 60 Stunden Marke überschreitet. Über die Pflichtlektüre kommt man da kaum noch hinaus. Viele Studierende halten es scheinbar für zielführender, erst kurz vor den Prüfungen wirklich zu lernen, da erst dann die Schwerpunktthemen für die Klausuren eingegrenzt werden und viel Lernstoff schlicht weg auswendig gelernt werden muß.

Kontinuierlich lernen jedenfalls wohl nur die wenigsten, am ehesten noch Studierende in ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen.

Eine andere Studie der Universität Kassel wiederlegt auch die Kritik hinsichtlich des Übergangs vom Bachelor zum Master-Studium. Demnach erhalten 78% der Bachelor Absolventen an Universitäten auch einen Master-Studienplatz. Rund 27% haben bis zum Master-Abschluß zusätzlich noch einen Auslandsaufenthalt absolviert. Der Anteil der Auslandsaufenthalte bei Diplom-Studierenden lag mit nur 19% deutlich niedriger. Auch der Einstieg ins Berufsleben wird von Bachelor-Absolventen ähnlich gut gemeistert wie von Master-Absolventen oder Diplomanden.

So schlecht ist die Umstellung auf Bachelor und Master damit wohl auch wieder nicht für die Studierenden. An der Zufriedenheit mit ihrem Studium werden aber weiterhin alle Studierenden selbst arbeiten müssen.