Studiengebühren-Finanzierung in anderen Ländern

Auch andere Länder bieten den Studierenden verschiedenste staatlich forcierte Möglichkeiten, ihr Studium zu finanzieren. Vor allem dieRückzahlungsmodalitäten fallen dabei ganz unterschiedlich aus…

Erst kürzlich gingen die Überlegungen in Großbritannien zur Einführung einer Akademiker-Steuer nach Eintritt ins Berufsleben durch die Presse. Demnach sollen die horrenden Studiengebühren erst nachgelagert ab dem Jobstart in Form einer lebenslangen Abgabensteuer gezahlt werden. Auch Australien verfolgt ein Modell der Stundung von Studiengebühren bis zum Einstieg ins Berufsleben. Die Rückzahlung beginnt ab einem Einkommen von ca. 2.000 AUD in Form eines mit 3 bis 6% verzinsten Darlehens. In Japan unterstützt der Staat jeden Studenten mit bis zu 1.100 € für ein zwischen 2.000 und 5.000€ teures Studium. In Südkorea wurde im Sommer sogar ein dem Bildungsfonds ähnliches Modell der einkommensabhängigen Rückzahlung von staatlichen Studienkrediten eingeführt. Auch die USA vergibt verschiedene Formen von Darlehen zur Bildungsfinanzierung. Aufgrund der hohen Verschuldungsrate unter den Absolventen setzt sich Präsident Obama gerade dafür ein, die monatliche Rückzahlungslast stärker an das Einkommen zu koppeln. Die Tilgungsrate soll demnach nicht mehr als 10% von monatlichen Einkommen betragen. Außerdem könnten Studenten anders als bisher bald nach 20-jähriger Rückzahlungsphase von ihren Schulden befreit werden. Auf diese Weise sind die Absolventen schuldenfrei bis ihre eigenen Kinder das College besuchen werden.

Im europäischen Ausland sind viele BaföG ähnliche Modelle der Studienbeihilfe zu finden. Dabei wird allerdings anders als in Deutschland nicht überall das Einkommen der Eltern für die Bestimmung des Beihilfesatzes einbezogen. Auch variiert der rückzahlungsfreie Anteil der Studienbeihilfe. In Schweden fällt er mit nur 35% z.B. deutlich geringer aus als in Deutschland.