Studium – ja oder nein?

Da hat man das Abitur in der Tasche und schon stehen die nächsten Entscheidungen an. Diesmal geht es allerdings nicht um Französisch oder doch lieber Bio, sondern um Zukunft. Um Geld. Und Unsicherheiten. Es geht ums Studium. Oder lieber doch nicht?

Die aktuelle Studie der Hochschul-Informations-System GmbH (HIS) aus Hannover hat genau diese Überlegungen unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse sind genauso vielfältig zu lesen, wie Studienanfänger es sind. Je höher beispielsweise die zu erwartenden Studiengebühren sind, desto weniger wahrscheinlich ist ein Studienbeginn. Haben Akademiker-Berufe zu diesem Zeitpunkt allerdings bessere Aussichten auf eine anschließende Anstellung, so steigt auch die Studentenzahl. Das tut sie auch, wenn Selbstverwirklichung und wissenschaftliches Interesse die Hauptargumente der Abiturienten für ein Studium sind.

Erstaunlich allerdings ist der Fakt, dass gut zwei Drittel der Befragten aussagen, dass die erwarteten Kosten eines Studiums eine allenfalls geringe Rolle spielen. Hier finden sich wohl ebenso die, die von ihren Eltern finanziert werden wie auch die, die keine Eigenbeiträge scheuen.

Das geht aber auch anders herum: die, die kein Studium beginnen, mischen sich ebenfalls aus den Gegengruppen des vorherigen Entwurfs. Die einen würden gerne, können aber nicht, die anderen wollen eigenes Geld und sehen den Ertrag des Studiums nicht.

Wohl gemerkt: diese Entscheidungen sind nicht abhängig von der finanziellen Situation der Eltern. Offensichtlich sind sie jedoch geschlechtsabhängig – Männer schätzen den Wert eines Studiums höher ein als Frauen. Diejenigen der Abiturienten, die kein Studium aufnehmen, ließen sich allerding vehementer durch die antizipierten Kosten von einer universitären Laufbahn abhalten.

Im Grunde also sind die Ergebnisse der HIS genauso vielfältig, wie es die Teilnehmer sind. Sicher lässt sich nur eines sagen: die Entscheidung für ein Studium hängt von mehr ab, als von rationalen Fakten.

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