Bachelor : Praxisbezug mangelhaft

Die Studieninhalte sind gestrafft, Absolventen werden immer jünger, doch so richtig attraktiv findet die Wirtschaft den Bachelor-Abschluss trotzdem nicht. Gemäß einer neuen Studie hapert es vor allem an Praxiserfahrung…

Die Erwartungen an die Umstellung auf Bachelor/Master waren hoch; nicht zuletzt auch von Seiten der Wirtschaft. Mittlerweile sind fast flächendeckend die wichtigsten Studieninhalte aus den ehemaligen Diplomstudiengängen in 3 Jahre Bachelor-Programm gepackt worden und eine neue Absolventen-Generation drängt auf den Arbeitsmarkt. Doch trotz Initiativen wie z.B. Bachelor-Welcome hält sich die Offenheit für Bachelor-Absolventen in vielen, vor allem mittelständischen Unternehmen nach wie vor in Grenzen. Laut einer Umfrage des DIHK unter mehr als 2.000 Unternehmen, liegt dies vor allem am fehlenden Praxisbezug der jungen Absolventen. Theorie und Praxis werden im Bachelor–Studium offensichtlich nur wenig miteinander verknüpft. Die befragten Unternehmen wünschen sich hier deutlich mehr Projektarbeiten, Vorlesung von Dozenten aus der freien Wirtschaft sowie eine höhere Anzahl von Pflichtpraktika. Auch war scheinbar das zu Diplom-Zeiten noch in vielen Studiengängen übliche Praxissemester gar nicht so verkehrt. Heute ist dies allerdings kaum noch vorzufinden, abgesehen von einigen ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen. Mit einer reinen Verschlankung des Lernstoffs ist es also scheinbar in Sachen Bachelor-Abschluß bei weitem nicht getan. Vielleicht wird das Bachelor-Studium zukünftig eher länger als drei Jahre dauern, um mehr Praxisbezug einfließen zu lassen.