WS 11/12: BaföG lässt auf sich warten

BaföG feiert zwar gerade 40. Geburtstag, doch für die Studierenden im Süden gibt es derzeit eher wenig Grund zum Jubeln. Allein an den Hochschulen in München werden dieses Jahr 10% mehr Studierende zugelassen und aufgrund der BaföG-Novelle ist gleichzeitig die Zahl der Berechtigten gestiegen. Beides zusammen löst offenbar einen riesigen Bearbeitungsstau aus. Trotz der guten Vorsätze in Sachen Entbürokratisierung gestaltet sich die Beantragung selbst ebenso wie die Prüfung des Antrags durch das Amt für Ausbildungsförderung weiterhin extrem zeitaufwendig. Das Amt in München hatte zwar schon vorgesorgt und neue Sachbearbeiter eingestellt, diese müssen sich jedoch erst das spezifische Fachwissen aneignen. Hier ergibt sich jedoch ein kleines Zeitproblem, denn laut Expertenmeinung dauert die Einarbeitung bis zur eigenständigen Antragsbearbeitung bis zu 1,5 Jahre. Abgesehen von komplexen Prüfvorgängen bremst offenbar aber auch Bologna die BaföG-Entscheidung aus. Vor allem Studierende, die sich für innovative, neue Studiengänge bzw. Abschlüsse entscheiden, bekommen dies zu spüren. Denn was von der Hochschule angeboten wird, ist nicht unbedingt schon für BaföG genehmigt. Man hängt in einem solchen Fall also möglicherweise mit einem unbearbeiteten BaföG-Antrag in der Luft bis das Genehmigungsverfahren für die Zulässigkeit des neuen Studiengangs abgeschlossen ist. Neue BaföG-Berechtigte sollten also besonders in diesem Jahr gute Nerven mitbringen und vielleicht besser nach Finanzierungsalternativen wie Nebenjobs oder Studienkredite Ausschau halten. Das Geld vom Staat könnte länger auf sich warten lassen als es ihnen lieb ist.